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Studie zu Cannabiskonsum : Deutlich mehr Jugendliche kiffen regelmäßig

Junge Frau mit Joint. Bild: dpa

Besonders unter jungen Männern wird Cannabis immer beliebter. Für die Drogenbeauftragte ist klar, wer an dieser Entwicklung schuld ist.

          Cannabis ist unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen so weit verbreitet wie seit zehn Jahren nicht mehr. Wie aus einer Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hervorgeht, ist der Anteil der jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren, die mindestens einmal in den zurückliegenden zwölf Monaten Cannabis gebraucht haben, seit dem Jahr 2008 von 11,6 auf 17,7 Prozent gestiegen. Der Anteil der regelmäßigen Gebraucher hat sich im selben Zeitraum von 3,1 auf 4,6 Prozent erhöht.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Nach wie vor ist Cannabis unter jungen Männern weitaus beliebter als unter jungen Frauen. Die sogenannten Prävalenzraten junger Männer liegen bis zum Dreifachen über denen junger Frauen. Indes verzeichnet die BzgA auch unter Frauen einen signifikanten Anstieg sowohl der 12-Monate- und der 30-Tage-Prävalenz wie des regelmäßigen Gebrauchs.

          Deutlicher Anstieg zwischen zwölf und 17 Jahren

          Erheblich zugenommen hat der Cannabis-Gebrauch auch unter Kindern und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren. In dieser Alterskohorte hatten die Verlaufskurven der 12-Monate- und der 30-Tage-Prävalenz sowie des regelmäßigen Gebrauchs im Jahr 2011 einen Tiefpunkt erreicht. Seitdem zeigen alle Linien nach oben. So hat sich der Anteil der regelmäßigen Gebraucher unter männlichen Kindern und Jugendlichen von 1,1 auf 2,2 Prozent verdoppelt. Bei den Mädchen hat sich der Anteil der regelmäßigen Kiffer von 0,5 Prozent auf 1,5 Prozent gar verdreifacht. Bei der 30-Tage-Prävalenz gibt es inzwischen keinen Unterschied mehr zwischen männlichen und weiblichen Kindern und Jugendlichen.

          Über die Ursachen dieser Entwicklungen äußert sich die Bundeszentrale nicht. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die CSU-Politikerin Marlene Mortler, hält dafür, dass sich „die Gesundheitsgefahren verharmlosende Argumentation der Befürworter einer Legalisierung von Cannabis“ schon negativ auswirke. Statt einer verantwortungslos die Gefahren des Cannabiskonsums verklärenden Darstellung bedürfe es neben den bestehenden gesetzlichen Regelungen mehr denn je einer fachlich fundierten Aufklärung über die gesundheitlichen Risiken, die gerade für Kinder und Jugendliche mit dem Gebrauch des illegalen Rauschmittels einhergingen.

          Nach Angaben der BzgA ist das Jugendalter eine besonders empfindliche Phase für die ungünstigen Wirkungen des Cannabisgebrauchs. Das Rauschgift beeinträchtige nicht nur die Entwicklung von Gehirnstrukturen, sondern auch die neurokognitive Leistungsfähigkeit. Nicht zu unterschätzen seien auch akute Folgen des Cannabisgebrauchs wie Angstzustände und ein erhöhtes Risiko für Verkehrsunfälle.

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