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Arten- und Insektenschutz : Schluss mit den Pestiziden

Von hier aus kilometerweit durch die Luft: Das „Bündnis für enkeltaugliche Landwirtschaft“ fordert ein Ende der Verwendung von Pestiziden. Bild: dpa

Dem „Bündnis für enkeltaugliche Landwirtschaft“ gehen die Maßnahmen zum Arten- und Insektenschutz nicht weit genug. In einem Brief an die Bundestagskandidaten fordern sie ein Ende der Verwendung von Pestiziden bis zum Jahr 2035.

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          Ein Bündnis von Umweltorganisationen und Bio-Unternehmen hat die Bundestagskandidaten dazu aufgefordert, sich in der neuen Legislaturperiode dafür einzusetzen, die Verwendung von „chemisch-synthetischen Pestiziden“ bis zum Jahr 2035 zu beenden und schon bis zum Jahr 2026 ein Verbot von gesundheitsgefährdenden Pestiziden durchzusetzen. Initiiert wurde der Aufruf von dem „Bündnis für enkeltaugliche Landwirtschaft“.  Zu den Unterzeichnern des Briefes an die Bundestagskandidaten von Union, SPD, Grünen, FDP und Linken gehören der Demeter-Verband, etwa hundert biologisch wirtschaftende Unternehmen und die „Deutsche Umwelthilfe“ (DUH). Die AfD-Kandidaten schrieb die Initiative nicht an, der Aufruf sei nur an Vertreter der Parteien gerichtet, die aus Sicht des Verbandes demokratisch seien, hieß es.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Johannes Heimrath, Vorstandsmitglied des 2017 gegründeten, ökologischen Landwirtschaftsbündnisses, sagte, die bisherigen Maßnahmen zum Arten und Insektenschutz seien unzureichend, vor allem Pestizide wie Prosulfocarb, Pendimethalin oder Glyphosat müssten neu bewertet werden, weil sich diese Stoffe über viele Kilometer in der Luft verbreiteten und somit auch Naturschutzgebiete und Städter belasteten. „Es ist fraglich, ob die Koexistenz biologischer und konventioneller Landwirtschaft langfristig überhaupt noch möglich sein wird, weil wir die Pestizide kilometerweit vom Ursprungsort nachweisen konnten.“ Keinesfalls sollten konventionelle Landwirte noch stärker belastet werden, vielmehr müssten die „Biodiversitätsleistungen“ konventioneller sowie biologisch wirtschaftender Betriebe künftig stärker honoriert werden.

          „Die Umweltdienstleistungen sind immer noch unterbewertet, die Anbaufläche spielt weiterhin eine zu große Rolle. Die Industrie sollte deshalb eine Pestizidabgabe zahlen“, sagte Heimrath der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.  Die Abgeordneten im künftigen Bundestag, sagte der Landwirt, sollten sich auch für ein neues Pestizid-Zulassungsverfahren innerhalb der EU einsetzen, die Kombinationswirkung unterschiedlicher Pestizide müsse wissenschaftlich noch besser untersucht werden.

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