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Bubble Tea : Es blubbert vor Stärke

  • -Aktualisiert am

Glibbrig: Typisch für Bubble Tea sind die Stärkekügelchen am Becherboden. Bild: Felix Schmitt

Von Taiwan um die Welt: Bubble Tea, dieses quietschbunte Getränk aus Tee, Milch und Fruchtsirup, erobert nun auch die deutschen Innenstädte. Aber ist der Blubberspaß auch gesund?

          Tapioka sind aus. Die zierliche Bedienung an der Frankfurter Hauptwache zuckt verlegen die Schultern. Aber Kaffee-Jelly gibt es noch, damit schmecke es auch gut. Bubble-Tea, das Trendgetränk aus Asien, tut sich hier noch ein wenig schwer. Während in Fernost Abend für Abend Zehntausende gut verschweißter Plastikbecher mit putzigen Comicfiguren und pappsüßem Inhalt verkauft werden, ist der Mix aus Tee und Stärkekügelchen für Westler offenbar noch etwas ungewohnt.

          Dabei ist es nicht nur die Entscheidung zwischen Milch- oder Fruchtbasis, Perlen oder Jelly, die dem Verbraucher zu schaffen macht. Hartnäckig halten sich Fragen, ob das Getränk überhaupt gesund ist. Besonders kritisch beäugt man den fernöstlichen Exportschlager derzeit in München. Obwohl es mit dem Blubberspaß in der bayerischen Landeshauptstadt bislang keine Unfälle gegeben hat, sind die Lebensmittelaufsichten alarmiert. Das Kreisverwaltungsreferat ließ mehrere Gutachten anfertigen, deren Ergebnisse zum Teil noch ausstehen.

          Seit Mittwoch steht aber schon fest: Die „Perlen“ (“bubbles“), erdnussgroße Stärkekügelchen, die dem Tee seinen Namen geben, sind zwar lustig anzusehen, aber nicht ungefährlich. Da die Tapioka- und Jelly-Variationen oft so groß sind, dass sie den Strohhalm verschließen, muss der Trinkende stark saugen, um sie doch noch durch den Trinkhalm zu befördern. Das könne dazu führen, dass die Perlen durch den Strohhalm schießen und in die Luftröhre gelangen.

          Gerade bei Kindern kann das verhängnisvolle Folgen haben. So hatte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands schon im Februar vor dem Getränk gewarnt. Ein Verschluss der Luftröhre durch steckengebliebene Perlen könne Lungenentzündungen oder einen Lungenkollaps hervorrufen.

          Dennoch: Der Spaß mit den Perlen findet rund um den Globus seine Anhänger. In den achtziger Jahren in Taiwan entdeckt, wurde er schnell in ganz Asien populär und schwappte über die Vereinigten Staaten schließlich auch nach Europa. Seit einiger Zeit locken nun auch in Deutschland immer mehr Bubble-Tee-Stationen mit den quietschbunten Tee-Kreationen. Auch McDonald’s wirbt seit Anfang Juni mit dem „Trendgetränk“.

          Probiert hat man Bubble Tea auch bei der Techniker Krankenkasse (TK). Schon im Mai hatte die TK ein ernährungswissenschaftliches Gutachten zum neuen Trendgetränk in Auftrag gegeben. Ergebnis: Bubble Tea ist eine Kalorienbombe. Ein 0,2-Liter-Becher bringe es, je nach Tee- und Perlen-Sorte, auf bis zu 500 Kalorien. Das entspreche rund einem Drittel des Tages-Energiebedarfs eines Kindes. Mit kalorienreichem Fruchtsirup versetzt, sei das Tee-Milch-Gemisch mit den kaugummiähnlichen Kügelchen, die ebenfalls noch gesüßt sind, als Durstlöscher folglich denkbar ungeeignet.

          Ein weiteres Problem liegt in der Konservierung des Getränks mit Sorbinsäure. Die Säure, die den Milchtee zwar haltbar macht, die jedoch keine keimtötende Wirkung hat, wäre als Konservierungsmittel in Deutschland nicht zulässig, wenn der Bubble Tea zu mehr als der Hälfte aus Milch bestünde, heißt es beim Münchner Kreisverwaltungsreferat.

          Ärger gibt es zudem mit der Kennzeichnungspflicht. Das Perlen-Milch-Getränk blubbert zuweilen in einer rechtlichen Grauzone. Spezielle Vorschriften für Bubble Tea seien von der EU noch nicht aufgestellt worden. In München beanstandet man, dass einige der im Bubble Tea enthaltenen Farbstoffe nicht ausreichend gekennzeichnet seien. Die genauen Ergebnisse stehen allerdings noch aus. Da muss man wohl noch abwarten und Tee trinken.

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