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Neue Testverfahren : Wird das Blutspendeverbot für Homosexuelle bald gelockert?

  • Aktualisiert am

Für Homosexuelle ist der Gang zur Blutbank bislang tabu, da sie zu den HIV-Risikogruppen zählen. Bild: dpa

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe spricht sich für eine Lockerung des Blutspendeverbots für Homosexuelle aus – und setzt auf neue Testverfahren.

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          Das Blutspendeverbot für Homosexuelle könnte fallen: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zeigt sich offen für eine Lockerung der bestehenden Regeln. Es müsse überprüft werden, ob „neuere Testverfahren für Blutproben und eine bessere Einschätzung des Ansteckungsgeschehens einen befristeten Spenderausschluss als Schutzmaßnahme ausreichend erscheinen lassen“, sagte Gröhe den Zeitungen der Funke-Mediengruppe von Dienstag. So solle es künftig auch in den Vereinigte Staaten gehandhabt werden.

          Dem Minister zufolge wird eine entsprechende Richtlinie gerade von der Bundesärztekammer, Wissenschaftlern und Fachverbänden überarbeitet.  Die deutsche Regelung folge einer Risikobewertung durch Ärzte und Wissenschaftler, sagte Gröhe. „Und an erster Stelle muss immer der Schutz der Empfänger von Blutspenden stehen.“ Nach den Erfahrungen mit HIV-infizierten Blutprodukten vor über 20 Jahren nehme er gerade die Sorgen der Patientenorganisationen der Bluter sehr ernst.

          Befristeter statt kategorischer Ausschluss?

          Nach den gesetzlichen Richtlinien sind in Deutschland Männer, die Sex mit Männern haben, lebenslang von der Blutspende ausgeschlossen, da sie als HIV-Risikogruppe gelten.

          Im vergangenen Jahr hatte der Europäische Gerichtshof das Blutspendeverbot für rechtens erklärt. Allerdings forderten die Richter damals, dass geklärt werden müsse, ob es keine geeigneten Alternativen zu einem Ausschluss gebe, etwa wirksame Testmethoden für Blutspenden oder eine genaue Befragung des Spenders zu riskantem Sexualverhalten. 

          Daran arbeiten derzeit Fachleute beim zuständigen Paul-Ehrlich-Institut für biomedizinische Arzneimittel und machen sich für eine Lockerung des Verbotes stark.Untersuchungen aus verschiedenen Ländern lägen vor, die nun Aufschluss darüber geben, wie sich unterschiedliche Ausschlusszeiten auf das Risiko der HIV-Übertragung auswirken, sagte Institutssprecherin Susanne Stöcker gegenüber der Funke-Mediengruppe. „Es zeigt sich, dass mit einem Ausschluss von einem Jahr nach dem letzten Sexualkontakt eines Mannes mit einem Mann die Sicherheit der Blutprodukte nicht gefährdet wird.“ Demnach könnte man auch einen befristeten Ausschluss von der Blutspende in Erwägung ziehen.

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