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Bald nicht mehr erlaubt : Wie gefährlich ist das „Babykino“?

  • -Aktualisiert am

Ein Arzt einer Frauenklinik führt eine pränatale Ultraschall-Untersuchung an einer schwangeren Frau durch. (Symbolbild) Bild: dpa

Ultraschalluntersuchungen sind bei Schwangeren beliebt – doch dürfen bald nur noch eingeschränkt durchgeführt werden. Grund sind Gesundheitsrisiken für den Fötus. Aber gibt es die tatsächlich?

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          Den Nachwuchs schon sehen, bevor er geboren ist – viele werdende Eltern gehen dafür zum Ultraschall, auch wenn keine medizinische Untersuchung notwendig ist.

          Wie der Bundesverband der Frauenärzte (BvF) mitteilte, wird das sogenannte „Babykino“ vom 31. Dezember 2020 an zur Ordnungswidrigkeit. Grundlage ist eine bereits im Dezember vergangenen Jahres in Kraft getretene Verordnung des Bundesumweltministeriums, das auch für den Schutz vor Strahlen und Schallwellen zuständig ist. Im Text heißt es schlicht: „Bei der Anwendung von Ultraschallgeräten zu nichtmedizinischen Zwecken darf ein Fötus nicht exponiert werden.“ Weiterhin erlaubt bleiben demnach nur gesetzlich vorgeschriebene Untersuchungen und solche, die medizinisch notwendig sind.

          Der Grund: Unnötig viele Ultraschalluntersuchungen könnten den Föten schaden. „Für Schwangere gehört es quasi zum Standard, die Fotos ihrer Babys in ihrer Umgebung und ihren sozialen Netzwerken zeigen zu können“, sagt der Saarbrücker Frauenarzt und Pränatalmediziner Jochen Frenzel. Besonders 3D- und 4D-Untersuchungen seien gefragt. Ausgerechnet diese könnten dank hoher Schallbelastung auf Dauer gefährlich fürs Ungeborene werden. „Ultraschall erwärmt das Gewebe. Der Effekt ist zwar normalerweise nur minimal. Aber je höher die angewandte Energie und je länger die Untersuchung, desto höher wird auch der Erwärmungseffekt“, sagt Frenzel.

          Kaum wissenschaftliche Belege

          Kai-Sven Heling ist Pränatalmediziner und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Er hält die Verordnung für falsch: „Es gibt keine einzige Studie, die eine Gefahr durch Ultraschall nachweist.“ Zwar vermuteten amerikanische Forscher in einer Studie einen Zusammenhang zwischen Ultraschalluntersuchungen und der Entwicklung von Autismus – dass dies tatsächlich auf den Ultraschall zurückzuführen ist, konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Im Gegenteil: Die Verordnung „setzt unbegründet eine Methode unter Generalverdacht, die durch keine Studie erhärtet werden kann“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des DEGUM. Allerdings, so Jochen Frenzel, handle es sich dabei um Studien, die nur kurze und medizinisch notwendige Untersuchungen betrachte. Auswirkungen von langer Beschallung auf Ungeborene seien bisher nicht untersucht.

          Der Markt hat bereits auf die hohe Nachfrage an Ultraschallbildern reagiert: So bietet ein niederländischer Hersteller ein Ultraschallgerät für zu Hause an. Bis zu 30 Tage könne man ein Gerät mieten und praktisch unbegrenzt „babyfernsehen“ – für rund 170 Euro. Solche Geräte hält auch Heling für gefährlich. Nutzer seien nicht in der Lage, Ultraschallgeräte richtig anzuwenden und zu interpretieren.

          Umso wichtiger sei es, für Ultraschalluntersuchungen zum Facharzt zu gehen. Kurze Kontrolluntersuchungen stufen beide Mediziner als unbedenklich ein. Ohnehin zeichne sich in absehbarer Zukunft keine Alternative für Ultraschallbilder ab: „Wenn man sich der Anatomie des Fötus nähern möchte, so wird das weiter nur durch Ultraschall möglich sein“, sagt Heling.

          3D- und 4D-Ultraschall wird von Frauenärzten meist nur als Ergänzung für spezielle Fragestellungen eingesetzt. Wie Heling erklärt, nutzt dreidimensionaler Ultraschall die Technik des zweidimensionalen. Eine bewegliche Sonde produziert dabei viele Parallelbilder, die eine dreidimensionale Sicht ermöglichen. Bewegte Bilder, sogenannter vierdimensionaler Ultraschall, entsteht durch die schnelle Verkettung dreidimensionaler Bilder.

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