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Mehr Deutsche beim Arzt : Außergewöhnlich schwere Grippewelle im vergangenen Winter

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Die Grippewelle im vergangen Winter traf jeden neuenten Deutschen. Bild: dpa

Allein in Berlin starben etwa 1100 Menschen im vergangenen Winter an der Grippe. Zu wenige nehmen die jährliche Impfung in Anspruch – dabei rettet sie die meisten Leben in Deutschland.

          Jeder neunte Deutsche hat im vergangenen Winter influenzabedingt einen Arzt aufgesucht. Damit war die Grippewelle 2017/2018 außergewöhnlich schwer, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Allein in Berlin gab es geschätzte 1100 zusätzlich Todesfälle, wie eine Auswertung der „Übersterblichkeit“ im Zeitraum der Grippewelle zeigt. Die Daten zu Sterbefällen in Deutschland des Statistischen Bundesamts liegen allerdings noch nicht vor und lassen sich anhand der Zahlen von Berlin nicht hochrechnen.

          In den beiden letzten besonders starken Grippesaisons – 2012/2013 und 2014/2015 – starben geschätzt 20.700 und 21.300 Menschen in Deutschland an der Influenza. In beiden Zeiträumen verzeichnete das RKI allerdings auch jeweils zwei Millionen weniger influenzabedingte Arztbesuche als im vergangenen Winter. Auch auf den Intensivstationen der Krankenhäuser übertraf die Zahl der Patienten mit schweren akuten respiratorischen Erkrankungen die drei Vorsaisons klar.

          Die Ständige Impfkommission am RKI empfiehlt mit Blick auf die beginnende Grippesaison die Impfung für alle Personen über 60, für chronisch Kranke aller Altersstufen, für Schwangere und für Medizin- und Pflegepersonal. „Mit keiner anderen Impfung lassen sich hierzulande mehr Leben retten“, sagte RKI-Präsident Lothar H. Wieler am Mittwoch. Die Impfquoten sind noch immer viel zu niedrig: In der Grippesaison 2016/2017 waren 61,4 Prozent der Ärzte und nur 32,5 Prozent des Pflegepersonals geimpft. In der Bevölkerung war gerade einmal jeder dritte der über Sechzigjährigen geimpft.

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