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Ausbruch in Kongo : Ebola ist wieder da

Kongo, Beni: Ein Pfleger mit Schutzkleidung steht in einem Ebola-Behandlungszentrum. Bild: dpa

Anfang März herrschte Hoffnung, dass Ebola in Kongo fürs Erste besiegt sei. Jetzt sagt der Gesundheitsminister: „Wir haben eine neue Epidemie.“ Es gibt bereits Tote.

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          Vier Tote, zwei weitere bestätigte Infektionen, und nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dürfte sich nach genaueren Untersuchungen herausstellen, dass noch mehr Menschen unter der Krankheit leiden: In Kongo ist Ebola zurück. „Wir haben eine neue Epidemie“, sagte der Gesundheitsminister des zentralafrikanischen Landes, Eteni Longondo, am Montag in Kinshasa. Zuvor waren im Nationalen Institut für Biomedizinische Forschung Proben positiv auf das Filovirus getestet worden. Sie stammten aus der Millionenstadt Mbandanka im Norden des riesigen Staats, direkt an der Grenzen zu Kongo-Brazzaville.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Damit leidet Kongo zum elften Mal, seit das Virus 1976 im damaligen Zaïre entdeckt wurde, unter einer Ebola-Epidemie. Nicht zum ersten Mal ist die in der Provinz Équateur (Äquator) gelegenen Stadt Mbandanka betroffen. Zwischen dem 8. Mai und dem 24. Juli 2018 fand hier Ausbruch Nummer 9 statt. Damals starben 33 Menschen, 21 überlebten. Minister Longondo hat angekündigt, man werde „umgehend Impfstoffe und Medikamente liefern“. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), deren Afrika-Zentrale nicht weit entfernt in Brazzaville liegt, hat nach Angaben ihres Regionaldirektors Matshidiso Moeti bereits Leute an Ort und Stelle und will Verstärkung aus der Provinz Nord-Kivu schicken.

          Diese rund 1000 Kilometer weiter östlich gelegene Region in der Nähe von Uganda und Ruanda leidet zur Zeit immer noch unter Ausbruch Nummer 10. Er war am 1. August 2018 als solcher erkannt worden. Da im Osten Kongos seit mehr als zwei Jahrzehnten nahezu ununterbrochen Krieg herrscht, ist die Bekämpfung von Seuchen hier sehr schwer. Aus Sicherheitsgründen wagen sich Mediziner kaum in bestimmte Gebiete. Auch kam es immer wieder zu Angriffen auf die Helfer.

          Anfang März herrschte Hoffnung

          Bislang starben in der mit Rohstoffen gesegneten Gegend 2280 Menschen an Ebola, 1171 überlebten. Dennoch wurden zuletzt Erfolge gemeldet. Anfang März herrschte gar Hoffnung, man habe Ebola fürs Erste besiegt. Unter Beifall hatte damals die Kongolesin Masika Semida das Ebola-Behandlungszentrum der Stadt Beni verlassen. Allerdings tauchten Mitte April, wenige Tage, bevor der Ausbruch offiziell für beendet erklärt werden sollte, zwei weitere Fälle auf. Ein 26 Jahre alter Mann und ein elf Monate alter Säugling starben. Es sind seitdem die letzten bestätigten Fälle aus Ostkongo.

          Hoffnung macht den Seuchenbekämpfern, dass mittlerweile wirksame Medikamente und Impfstoffe entwickelt wurden. Nach dem bislang verheerendsten Ausbruch, der in Westafrika vor einigen Jahren rund 11.000 Menschenleben gefordert hatte, wurde fieberhaft daran geforscht. Mehr als 320.000 Menschen wurden seitdem in Kongo und seinen Nachbarländern Uganda und Ruanda geimpft.

          In seiner Stellungnahme zu dem aktuellen Fall verweist WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus darauf, dass Ebola und Covid-19 nicht die einzigen Seuchen sind, unter denen Kongo zur Zeit leidet. Man müsse „auch andere Gesundheitsnotstände im Auge behalten und darauf reagieren“. Nach WHO-Angaben starben an dem neuartigen Coronavirus in Kongo bislang 72 Menschen, 3195 Kongolesen wurden positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Viel weniger Aufmerksamkeit erregt eine Masern-Epidemie, die in Kongo wütet. Ihr fielen seit 2019 bislang 6779 Menschen zum Opfer, bei fast 400.000 Menschen wurde die gefährliche Kinderkrankheit bislang festgestellt.

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