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Arthrose : Bewegung gegen den Verschleiß

  • -Aktualisiert am

Was kann man tun, wenn der Schmerz im Knie nicht mehr weggeht? Bild: Getty

Millionen Deutsche leiden unter Arthrose. Viele greifen zu umstrittenen und auch falschen Mitteln, um den Schmerz in Knie oder Hüfte zu bekämpfen. Wir haben nachgeforscht, was wirklich hilft.

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          Karl Schulz hat viele Jahre seines Lebens im Stehen gearbeitet. Den ganzen Tag war er auf den Beinen, laufen, bücken, tragen. Nach der schweren Arbeit hatte er stets einen guten Appetit. Das Resultat zeigt sich zu seinem Leidwesen deutlich auf der Waage. Seit er fünfzig ist, leidet Schulz immer wieder an Schmerzen im Knie. Heute ist er Anfang Siebzig, und die Beschwerden in den Gelenken bestimmen sein Leben. Karl Schulz leidet an Arthrose und steht fiktiv für die fünf Millionen Deutschen, die auch vom Verschleiß der Knorpel und Gelenke betroffen sind. Ihre Beweglichkeit in Hand-, Knie- und Hüftgelenken ist oft deutlich eingeschränkt und mit starken Schmerzen verbunden.

          Arthrose beginnt mit der Schädigung des Knorpels, der unsere Gelenke überzieht und schmiert. Wird die Knorpelschicht über die Zeit völlig zerstört, reiben die Knochenenden irgendwann aufeinander. Das verursacht nicht nur Schmerzen, sondern führt auch zu einer Beschädigung der Gelenke.

          Verschleiß ist ein normaler Alterungsprozess und zeigt sich früher oder später bei allen Menschen. Doch nicht alle, bei denen sich im Röntgenbild eine Arthrose zeigt, leiden auch unter Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen.

          Meist sind von der Erkrankung Menschen über 65 Jahre betroffen. In manchen Fällen leiden aber auch schon deutlich jüngere Menschen an einem Knorpelschaden. Verantwortlich dafür sind dann oft genetische Faktoren oder besondere körperliche Bewegung - zum Beispiel bei Risikosportarten mit hoher Stoßbelastung.

          Da die Erkrankung langsam fortschreitet, schrecken viele vor Gelenkspritzen, Cortisonbehandlung, gar Operationen oder künstlichen Gelenken erst einmal zurück. Stattdessen greifen sie, wenn die Schmerzen mal wieder höllisch werden, lieber zu Hausmittelchen. Sie legen sich dann Quarkwickel auf das Knie, knabbern an den Knorpeln von Hühnchenknochen oder greifen im Arzneischrank zu zahlreichen teuren Gelenkaufbaupräparaten.

          Wir haben Spezialisten gefragt, welche Hausmittel wirklich helfen und was Betroffene selbst tun können, um ihr Leiden zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten.

          Sollte ich mich schonen?

          Bei den meisten Arthrosepatienten stellen sich mit den Jahren immer mehr Beschwerden ein. Besonders nach zu starker Beanspruchung entstehen im Knorpel kleinste Verletzungen, die zur Entzündung des umliegenden Gewebes führen. Dann schwellen die Gelenke an, werden heiß und schmerzen. Man nennt das eine aktivierte Arthrose. Dieser Prozess beruhigt sich nach etwa sechs bis acht Wochen von allein wieder. Trotzdem erhöht diese Erfahrung die Angst vor körperlicher Aktivität. Doch das ist die falsche Reaktion. Experten raten: Arthrosepatienten sollten sich viel bewegen, um die Restkapazität des Gelenks zu erhalten. Bewegung sorgt dafür, dass ausreichend Gelenkflüssigkeit produziert wird. Ohne diese Gelenkschmiere werden die Knorpel rauh und spröde, was zu mehr Verschleiß führt. Bei Inaktivität bauen sich außerdem Knochen und Muskeln ab. Dabei ist eine gute Muskulatur wichtig, um die Gelenke zu stabilisieren. Deshalb zählt jede Bewegung.

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