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Erkältungs-Apps : Digital gegen Schnupfen & Co.

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Was hilft gegen die leidige Erkältung? Bild: dpa

Unsere Kolumnistinnen Christina Stefanescu („Sagen Sie mal, Frau Doktor“) und Lina Timm („Systemcheck“) haben Erkältungs-Apps getestet. Hier verraten sie, welche im Alltag wirklich taugt.

          „Erkältung“ von Matthias Korte

          Erkältung“ von Matthias Korte

          Frau Doktor: Solide, kurze Erklärungen, die inhaltlich nicht falsch sind. Medizinisch fundierte Informationen sind das aber nicht. Es wird nicht auf Studiendaten verwiesen, es gibt keine Erklärung, was im Körper Fieber auslöst. Tipps sind da, Rezepte sucht man aber vergebens. „Erkältung“ ist ähnlich pragmatisch wie ich, wenn es um Erkältungen geht. Ab ins Bett und schlafen, Wadenwickel können helfen, bei länger anhaltendem Fieber doch mal zum Arzt gehen, aber nur wegen Halsschmerzen reicht auch erst mal ein wohltuender Tee, zum Beispiel mit Salbei.

          Systemcheckerin: Hahaha, Moment noch, ich schnappe gerade nach Luft. Beim Öffnen der App bin ich kurz in einen Lachflash ausgebrochen. Sowas habe ich ja ewig nicht mehr gesehen! Ein schwarzer Balken oben, ein schwarzer Balken unten, in der Mitte abgerundete Buttons, ganz klar, das ist ein App-Design maximal für das iPhone 4. Also mittlerweile seit fünf Jahren nicht mehr aktualisiert. Aber gut, vielleicht ändern sich medizinische Ratschläge nicht so oft wie Design-Trends? Die App selbst listet Tipps übersichtlich auf, klingt aber eher profan. Hustenbonbons, Schal und viel trinken. Danke, hätte ich auch so gewusst.

          „Erkältungs-Tipps“ von Next Healthlab GmbH

          Frau Doktor: Auch hier gibt es reichlich Hausfrauen-Tipps. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich selbst greife bei Erkältung zu Kräutertee und pflanzlichem Spray gegen die Halsentzündung. Das viele „könnte“ und „soll“ weist darauf hin, dass viele der Tipps auf keiner wissenschaftlichen Grundlage stehen. Wem’s hilft, bitte. Aber Medikamenten-Empfehlungen sollte man lieber Fachpersonal überlassen. Das Kleingedruckte schützt die Entwickler rechtlich, aber ich persönlich halte nichts von Angaben zu Präparaten, wenn man keine Ahnung hat, was drinsteckt und wie und ob sie wirken.

          Systemcheckerin: Es gibt Sprays gegen Halsentzündung? Gut, dass du das sagst. Hat mir die App leider nicht mitgeteilt. Stattdessen lese ich hier das erste Mal von „gefrorener Ananas gegen Halsschmerzen“. Ananas soll entzündungshemmend sein, die Kälte die Schmerzen kühlen. Das letzte Mal, als ich Eiswürfel lutschte, tat das eher ziemlich weh. Die App ist nicht mehr ganz so hässlich, sogar die Bildschirmgröße passt. Ich kann mich nach Symptomen wie „Husten“ oder „Gliederschmerzen“ durch die Tipps klicken. Besonders gern mag ich die Zufallsfunktion der Tipps. Sehr praktisch, wenn einem zufällig auffällt, dass man zufällig gerade irgendwelche zufälligen Symptome haben könnte. Bei „Grippe“ steht „viel schlafen“. Den Tipp mag ich. Ich bin dann mal im Bett.

          Frau Doktor: Schlaf ist die beste Medizin - definitiv! Und reichlich trinken; wer schwitzt, muss seinen Flüssigkeitshaushalt auffüllen.

          Landapotheke - Gesundheit und Naturheilkunde mit Rezepten“ von Gong Verlag GmbH

          Frau Doktor: Für jedes Wehwehchen hat die Landapotheke ein Kräuterlein in petto. Ich kann nicht genau sagen, was sich hinter all den schlauen Teaser-Texten verbirgt, denn ich habe mich geweigert, den Artikel zu „Alten Hausmitteln mit Zwiebeln“ wie auch die zugehörigen Rezepte zu kaufen. Dass die schwefelhaltigen Verbindungen in Zwiebeln abschwellende und keimtötende Effekte haben, ist wissenschaftlich belegt. Ebenso die Wirkung der ätherischen Öle etwa in Salbei, der Husten und Halsweh lindern kann. Oder dass auch Honig eine desinfizierende Wirkung hat. So richtige Tipps zur Erkältung fehlen aber.

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