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Gesundheit : An Weihnachten mehr Todesfälle

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Das viele Feiern, der ganze Streß - auch für diesen Herrn sind die Festtage riskant Bild: AP

Nach einer neuen Studie sterben an den Weihnachtsfeiertagen und an Neujahr so viele Menschen an Herzversagen wie an keinem anderen Tag im Jahr.

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          Wem sein Leben lieb ist, der sollte an Weihnachten und Neujahr besonders vorsichtig sein, zumindest, wenn er sich über die Festtage in den Vereinigten Staaten aufhält. Denn dort sterben nach einer neuen Studie an den Weihnachtsfeiertagen und an Neujahr so viele Menschen an Herzversagen wie an keinem anderen Tag im Jahr.

          Der 25. und 26. Dezember und der 1. Januar seien besonders riskante Tage, folgert der Soziologe David P. Phillips von der University California-San Diego in La Jolla im Bundesstaat Kalifornien aus einer Studie, die er und andere kalifornische Wissenschaftler gemeinsam mit Medizinern der Tufts-Universität in Boston im Bundesstaat Massachusetts erstellt haben.

          Mehr als 42.000 „Feiertags-Todesfällen“

          Demnach liegt die Zahl der Todesfälle, die auf Herzversagen zurückzuführen sind, während der Festtage um 4,65 Prozent höher als an sonstigen Tagen. Bei den übrigen Todesfällen stellten die Wissenschaftler sogar einen Anstieg um 4,99 Prozent fest, heißt es in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift „Circulation“, die von der amerikanischen Gesundheitsvereinigung „American Heart Association“ herausgegeben wird.

          Insgesamt sei es in dem Untersuchungszeitraum von 1973 bis 2001 zu mehr als 42.000 „Feiertags-Todesfällen“ gekommen. In der Untersuchung, für die die Wissenschaftler 53 Millionen Sterbefälle auswerteten, wurden nur „natürliche“ Todesursachen berücksichtigt; Sterbefälle, die auf Verbrechen, Unfälle und Selbsttötungen zurückzuführen waren, wurden dagegen ausgefiltert.

          Krankheitssymptome werden ignoriert

          Die Wissenschaftler hatten ältere Studien (unter anderem eine Studie von Robert A. Kloner aus dem Jahr 1999), nach denen im Winter ein erhöhtes Sterberisiko besteht, zum Anlaß genommen, der Frage nachzugehen, ob die vermehrten Todesfälle in direktem Zusammenhang mit dem Weihnachts- und Neujahrsfest stehen. Dabei fanden sie heraus, daß das Risiko, an Weihnachten oder Neujahr zu sterben, stetig zugenommen hat.

          Bei der Suche nach Erklärungen dafür, warum an den Feiertagen mehr Amerikaner sterben, fanden David P. Phillips und die Mitautoren der Studie Vermutungen, daß schwere Festtagskost, übertriebener Alkoholgenuß und Feiertagsstreß das Sterberisiko erhöhten, allerdings nicht bestätigt. Wahrscheinlicher sei, daß Krankheitssymptome während der Festtage ignoriert würden und eigentlich notwendige Arztbesuche aufgeschoben würden, vor allem von Amerikanern, die über die Feiertage verreisten.

          Leidet Qualität der medizinischen Versorgung an Festtagen?

          So sei bemerkenswert, daß in den beiden Jahren, in denen die Zahl der Feiertags-Todesfälle ausnahmsweise nicht angestiegen sei, geringerer Reiseverkehr geherrscht habe, als das üblicherweise zu den Festtagen der Fall sei: 1973 seien viele Amerikaner wegen der Ölkrise zu Hause geblieben, und 1981 habe die Rezession die Reiselust gebremst.

          Die Wissenschaftler haben außerdem den Verdacht, daß der Wechsel an den Feiertagen zu Notfallmannschaften, die dann in Arztpraxen und Krankenhäusern Dienst tun würden, mitursächlich für die größere Zahl von Todesfällen an Weihnachten und Neujahr sein könnte. Es müsse dringend untersucht werden, ob die Qualität der medizinischen Versorgung aufgrund des Personalwechsels an den Festtagen leide, fordern David P. Phillips und die Autoren der Studie.

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