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Virusinfektion : In diesen Ländern haben sich Affenpocken bislang verbreitet

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Unterm Mikroskop: Affenpockenviren. Bild: dpa

Mehr als 100 bestätigte oder vermutete Affenpocken-Fälle sind bislang registriert worden – in elf Ländern. Die WHO zeigt sich besorgt. Die Länder versuchen, eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

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          Nach mehreren Fällen von Affenpocken in Großbritannien ist das Virus nun auch bei mehreren Personen in Deutschland nachgewiesen worden. Damit sind die Affenpocken in bislang elf Ländern aufgetreten, in denen sie sich üblicherweise nicht verbreiten. Bisher wurden mehr als 100 bestätigte oder vermutete Fälle gemeldet, die meisten davon in Europa.

          Der erste Affenpocken-Fall war am Freitag in Bayern bestätigt worden. Es handelt sich dabei um eine Infektion mit der milderen, westafrikanischen Variante des Virus. Das hat die Genomsequenzierung am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München ergeben, wie Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek mitteilte.

          Der 26 Jahre alte Patient stammt aus Brasilien und befindet sich isoliert in der München Klinik Schwabing. Er war von Portugal über Spanien nach Deutschland eingereist und hält sich seit einer Woche in München auf. Vor seiner Ankunft in der bayerischen Landeshauptstadt war er in Düsseldorf und Frankfurt. Wie Clemens Wendtner, Chefarzt der Schwabinger Infektiologie, am Samstag mitteilte, geht es dem Patienten gut. Er habe leichte Schluckstörungen und erhöhte Temperatur, also nur geringfügige Symptome. Das galt auch am Sonntag noch, wie die Klinik der F.A.Z. mitteilte. Die für die Erkrankung typischen Pusteln lösten einen entsprechenden Juckreiz aus. Ein Spezialpräparat, das seit Anfang 2022 in der EU für die Behandlung zugelassen ist, werde präventiv von der Krankenhausapotheke der München Klinik beschafft. Man gehe von einer drei bis vier Wochen andauernden Infektiösität aus.

          In Berlin wurden mehrere Fälle von Ansteckungen mit Affenpocken fest­gestellt. Die Senatsverwaltung für Gesundheit bestätigte am Wochenende zwei Fälle, dabei soll es sich um Männer im Alter von 30 und 55 Jahren handeln. Ihr Zustand sei „stabil“. Beide Fälle wurden durch das Robert-Koch-Institut bestätigt. Ein weiterer Fall soll nach Berichten mehrerer Medien in einem Berliner Krankenhaus festgestellt worden sein.

          Die beiden erstgenannten Männer befinden sich in ambulanter Isolation. Der 55 Jahre alte Mann soll sich bei einer Sex-Party in Berlin angesteckt haben. Der Dreißigjährige soll vor zwei Wochen an Sex-Partys während des Christopher Street Day auf Gran Canaria teilgenommen haben. Partys während der „Gay ­Pride“ auf der Urlauberinsel könnten nach Ein­schätzung der spanischen Behörden ein Ansteckungsherd gewesen sein. Die Symptome sollen bei ihm deutlich stärker sein als bei dem älteren Patienten, der gegen Pocken geimpft war.

          Ob es sich bei den bestätigten Fällen um den zentral- oder westafrikanischen Virusstamm handelt, wird noch ermittelt. Zur Zeit würden Kontaktpersonen der Infizierten ermittelt, teilte die Gesundheitsverwaltung mit. Es sei davon auszugehen, dass in den nächsten Tagen möglicherweise noch weitere Fälle hinzukommen. Gesundheitssenatorin Ulrike Gote von den Grünen sagte, es gebe keinen Grund zur Panik, aber zur Vorsicht. Man müsse jetzt „schnell und konsequent handeln, um Infektions­fälle zu erkennen und einzudämmen“. Der Klinikdirektor Infektiologie der Berliner Charité, Leif Erik Sander, nannte die Dynamik des aktuellen Ausbruchs von Affenpocken ungewöhnlich. Das müsse sehr ernst genommen werden. Es gelte nun, die Infektionswege zu entdecken und effektiv zu unterbrechen. „Wir beobachten bislang eine disproportionale Häufung der Affenpockeninfektionen unter Männern, insbesondere nach Sexualkontakt mit anderen Männern“, sagte Sander.

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