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Achtlinge in Kalifornien : Rekord für die Babys, Millionen für die Mutter

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Den sechs Jungen und zwei Mädchen gehe es „erstaunlich gut”, heißt es Bild: AP

Die Ende Januar in Kalifornien geborenen Babys haben einen Rekord als die am längsten überlebenden Achtlinge aufgestellt. Ihrer Mutter soll bereits ein Millionenbetrag für eine Exklusiv-Geschichte über die spektakuläre Geburt geboten worden sein.

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          Die Ende Januar in Kalifornien geborenen Achtlinge haben einen Rekord als die am längsten überlebenden Achtlinge der Welt aufgestellt. „Dies war eine sehr gute Woche für die Babys“, zitierte die „Los Angeles Times“ den Arzt Mandhir Gupta vom Kaiser Permanente Hospital in Bellflower. Die sechs Jungen und zwei Mädchen seien in stabilem Zustand, würden ohne fremde Hilfe atmen und Muttermilch zu sich nehmen. In den Vereinigten Staaten waren zuvor erst einmal Achtlinge geboren worden. Eines der Babys war innerhalb einer Woche nach der Geburt in Texas 1998 gestorben. Weltweit sind nur sechs Achtlingsgeburten dokumentiert. In den meisten Fällen überlebten nur wenige oder keines der Kinder.

          Die 33 Jahre alte Kalifornierin Nadya Suleman ist nun mit Hilfe künstlicher Befruchtung Mutter von insgesamt vierzehn Kinder, das Älteste ist sieben Jahre alt. Die unverheiratete Frau, die bei ihren Eltern lebt, wurde von ihrer Sprecherin Joann Killeen als „intelligent“ und „sehr glücklich“ beschrieben. „Nadya ist sehr ausgeglichen und kompetent“, sagte Killeen am Freitag in einem Fernsehinterview. Sie würde derzeit zahlreiche Angebote für Fernseh-Interviews prüfen. Nach Medienberichten wurde der Mutter bereits ein Millionenbetrag für eine Exklusiv-Geschichte über die spektakuläre Geburt geboten.

          „Dies ist ein skandalöser Vorgang“

          Die Entscheidung der sechsfachen Mutter, Achtlinge zur Welt zu bringen, hat eine heftige Debatte über die ethischen Grundsätze der künstlichen Befruchtung ausgelöst. Die Frau habe durch eine derart hohe Zahl von Embryonen ihr Leben und das Leben der Babys in Gefahr gebracht, meinen Fruchtbarkeitsexperten. „Jeder Bioethiker und Fruchtbarkeitsspezialist würde zustimmen, dass es unverantwortlich und unethisch ist, so viele Embryonen einzupflanzen“, sagte Sara Rosenthal, Bioethikerin an der Universität von Kentucky, dem Sender CNN. „Dies ist ein skandalöser Vorgang, der nicht hätte passieren dürfen.“Die Großmutter der Kinder, Angela Suleman, sagte der „Los Angeles Times“, ihre Tochter hätte „nur noch ein Mädchen mehr“ haben wollen. Keiner habe mit so vielen Babys gerechnet. Die geschiedene Frau wohnt mit ihren zwei Jahre alten Zwillingen und vier weiteren Kindern im Alter von drei bis sieben Jahren im Haus ihrer Eltern. Sie ist an einer Universität als Studentin eingeschrieben. „Ich wünschte, sie wäre Kindergärtnerin geworden“, sagte ihre Mutter.

          Von Fernsehsendern umlagert: die Klinik Kaiser Permanente in Bellflower, in der die Achtlinge geboren wurden

          Angela Suleman zufolge wurden alle Kinder durch künstliche Befruchtung mit Hilfe des gleichen Samenspenders erzeugt. Sie machte keine Angaben über die Klinik, in der die Prozedur vorgenommen wurde. Ihre Tochter war in der 30. Woche, als die Frühchen per Kaiserschnitt entbunden wurden. Nach den Richtlinien der amerikanischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin sollten Patientinnen unter 35 Jahren nicht mehr als zwei Embryonen eingepflanzt werden. Die Organisation setze sich schon lange dafür ein, riskante Mehrlingsgeburten zu unterbinden, sagte der Vorsitzende Dale McClure dem Sender CNN. Der Bioethiker Robert George von der Princeton Universität forderte „professionelle Normen und gesetzliche Regelungen, um Eingriffe zu beschränken, die sehr gefährlich sind“.

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