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Tropenkrankheit : 60 Prozent weniger Malariatote seit dem Jahr 2000

Massenmörder: Stechmücken wie diese der Art Anopheles gambiae werden Prognosen zufolge in diesem Jahr rund 214 Millionen Menschen mit Malaria infizieren – 438.000 werden wohl sterben. Bild: dpa

Die Zahl der Malariatoten ging in den vergangenen Jahren deutlich zurück. Um das massenweise Sterben zu beenden, müssen laut den Vereinten Nationen aber noch große Anstrengungen unternommen werden.

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          In den vergangenen 15 Jahren ist die Zahl der durch Malaria verursachten Todesfälle um 60 Prozent zurückgegangen. Kamen im Jahr 2000 noch 47 von 100.000 Personen, die von Malaria bedroht sind, zu Tode, so werden es in diesem Jahr 19 sein. Damit seien 6,2 Millionen Leben gerettet worden, teilten das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag mit.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Demnach gab es vor 15 Jahren geschätzte 262 Millionen Malariafälle und 839.000 Malariatote. Mehr als 80 Prozent der Fälle und sogar 90 Prozent der Toten wurden in afrikanischen Ländern südlich der Sahara verzeichnet. In diesem Jahr soll sich die Zahl der Erkrankungen auf 214 Millionen summieren, und 438.000 Menschen werden an der von Stechmücken übertragenen Tropenkrankheit sterben. Zwei Drittel von ihnen werden Kinder unter fünf Jahren sein. Dabei treten weiterhin 80 Prozent aller Malariafälle in nur 15 Staaten auf, fast alle liegen im Süden Afrikas. Dort sterben auch die meisten Erkrankten – 78 Prozent.

          Insgesamt lebt fast die Hälfte der Weltbevölkerung, 3,2 Milliarden Menschen, mit dem Risiko, sich mit Malaria infizieren zu können. Trotzdem, so die Generaldirektorin der WHO, Margaret Chan, sei viel erreicht worden. So meldeten 13 einst von Malaria betroffene Länder im Jahr 2014 keine neuen Ansteckungen, sechs Staaten hatten weniger als zehn Fälle. Die größten Fortschritte erzielten der Kaukasus, Zentral- und Ostasien. Auch in Afrika gibt es Erfolge zu vermelden: Schliefen im Jahr 2000 nur zwei Prozent der Kleinkinder im Süden Afrikas unter einem Moskitonetz, so sind es in diesem Jahr fast 70 Prozent. Allerdings bekommen noch immer nur 13 Prozent der erkrankten Kinder die nötigen Medikamente gegen das von Parasiten hervorgerufene Fieber.

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          Dabei haben sich die Ausgaben im Kampf gegen Malaria massiv erhöht – sie haben sich verzwanzigfacht. Trotzdem reichen die 2,7 Milliarden Dollar in diesem Jahr bei weitem nicht aus. Bis 2030 fordern die Vereinten Nationen eine Verdreifachung der Gelder auf 8,7 Milliarden, um „den alten Mörder zu besiegen“, so Chan.

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