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5000 Infektionen pro Tag : Eine halbe Million Cholera-Fälle im Jemen

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Ein jemenitischer Junge mit Verdacht auf Cholera wird Ende Juni in einem Zelt in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Sana’a behandelt. Bild: dpa

Die Cholera-Epidemie im Bürgerkriegsland Jemen ist der größte bisher erfasste Ausbruch der Infektionskrankheit auf der ganzen Welt. Es mangelt an Medikamenten und medizinischer Versorgung.

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          Die Cholera-Epidemie im Bürgerkriegsland Jemen hat die Marke von 500.000 Fällen überschritten. Fast 2000 Menschen seien schon an der gefährlichen Durchfallerkrankung gestorben, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in Genf mit. Zwar gehe die Zahl der neuen Fälle pro Woche seit Anfang Juli zurück. Immer noch infizierten sich aber nach Schätzungen 5000 Menschen pro Tag.

          Cholera wird vom Bakterium Vibrio cholerae verursacht. Mit Medikamenten lässt sich die Sterblichkeitsrate erheblich senken. Die Epidemie im Jemen ist der größte bisher erfasste Ausbruch der Infektionskrankheit auf der ganzen Welt.

          Die Lage in dem bitterarmen Land auf der Arabischen Halbinsel ist desolat. Seit 2014 kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen die sunnitische Regierung. Ein saudi-arabisch geführtes Militärbündnis unterstützt die Regierung und bombardiert Huthi-Stellungen. Durch die Kämpfe sind nach WHO-Angaben mehr als die Hälfte der Kliniken und Gesundheitszentren zerstört oder verlassen. Es gebe nicht genügend Medikamente. Mehr als die Hälfte der rund 28 Millionen Einwohner habe keinerlei medizinische Versorgung.

          Die Vereinten Nationen warten auf Hilfsgelder aus reicheren Ländern. Von den benötigten 2,3 Milliarden Dollar waren bis Mitte August erst 40 Prozent eingezahlt worden.

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