https://www.faz.net/-gum-71jyl

25.000 Delegierte in Washington : Aidskonferenz will eine HIV-freie Generation

Die „Aids-Steppdecke“ erinnert an die rund 30 Millionen Menschen, die bislang an Aids gestorben sind. Bild: AFP

Bis 2015 soll die Zahl der Neuinfektionen halbiert werden, alle 15 Millionen Aidskranken sollen mit lebensrettenden Medikamenten versorgt werden. Zum Beginn der Welt-Aidskonferenz haben Politiker das Ziel einer „Aids-freien Generation“ ausgegeben.

          1 Min.

          Mit großer Zuversicht hat in Washington die XIX. Welt-Aidskonferenz begonnen. Von einer Generation ohne Aids und einem möglichen Ende der Epidemie sprachen unter anderen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und die amerikanische Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius in ihren Grußworten an die 25.000 Delegierten aus 195 Staaten. Fortschritte in der Medizin und neue Erkenntnisse könnten dafür sorgen, dass sich das Blatt endlich wende. Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton sagte am Montag: „Wir wollen das Ziel einer Aids-freien Generation erreichen.“

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Zu den großen Themen auf der sechstägigen Konferenz (Motto: „Turning the Tide Together“) gehört unter anderem die männliche Beschneidung als Schutz vor einer HIV-Infektion, die besonders in afrikanischen Ländern gefördert wird. Zudem werden Hunderte Studien vorgestellt, die sich mit Aids-Medikamenten auseinandersetzen, darunter Impfstoffen und Substanzen, die Nichtinfizierte präventiv einnehmen sollen, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Große Bedeutung kommt Untersuchungen zu, die belegen, dass HIV-Infizierte, die umfassend therapiert werden, das Virus nicht mehr übertragen. Auf diesem Wege erhoffen sich Wissenschaftler weniger Neuinfektionen.

          Generalsekretär Ban Ki-moon zählte in seiner Videobotschaft die Ziele der Vereinten Nationen im Kampf gegen Aids auf: Bis 2015 soll die Zahl der Neuinfektionen auf der ganzen Welt halbiert werden, alle 15 Millionen Aidskranken sollen mit lebensrettenden Medikamenten versorgt werden, und kein Kind soll mehr mit HIV zur Welt kommen. Dazu seien aber weitere große Anstrengungen nötig. Der Direktor von UN-Aids, Michel Sidibé, wies darauf hin, dass noch immer sieben Milliarden Dollar jährlich fehlten. Weltbank-Präsident Jim Yong Kim sagte Hilfe zu.

          Sidibé und der Präsident der Internationalen Aids-Gesellschaft (IAS), Elly Katabira, bedankten sich bei den Vereinigten Staaten. Kein anderes Land habe mehr im Kampf gegen Aids getan. Millionen Menschenleben seien durch die großzügige Hilfe Washingtons gerettet worden, sagte Katabira. Insofern sei die Rückkehr der Aidskonferenz in die Vereinigten Staaten in einem so hoffnungsvollen Moment von großer symbolischer Bedeutung. Die letzte Konferenz auf amerikanischem Boden hatte 1990 in San Francisco stattgefunden, danach hatte Washington ein Einreiseverbot für HIV-Infizierte erlassen. Erst Präsident Barack Obama hob dieses Gesetz 2010 auf. Seither folgten mehrere Staaten dem amerikanischen Vorbild - als bislang letztes Land Südkorea, rechtzeitig vor Beginn der Welt-Aidskonferenz.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Premierminister Morrison präsentiert Australiens neue Verteidigungspläne

          Neue Sicherheitspolitik : Australien bietet China die Stirn

          Seit 1945 stand Australien in allen Kriegen treu an der Seite Amerikas. Jetzt, wo für Canberra das Problem China immer dringlicher wird, sucht die Regierung neue, zuverlässige Verbündete und rüstet auf.
          Handwerker installieren Solarmodule auf dem Dach: Kann die Vision der autarken und unbegrenzten Energieversorgung Wirklichkeit werden?

          Photovoltaik in Deutschland : Auferstanden aus Ruinen

          Nach Jahren der Krise fasst die Solarbranche in Deutschland wieder Mut. Ein Energieberater erklärt, was es von A bis Z alles zu beachten gilt – und nicht nur in Dresden leben alte Träume fort.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.