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Anstieg um 14 Prozent : 40.000 neue HIV-Infizierte in China

Im Nationalen Zentrum für AIDS/STD-Prävention und Kontrolle in Peking untersucht ein Forscher Proben. Bild: AFP

China registriert einen rasanten Anstieg an HIV-Infektionen. Die Gesundheitskommission macht einen klaren Grund für die Ursache der Ansteckung aus.

          In China ist die Zahl der HIV-Infizierten nach offiziellen Angaben innerhalb eines Jahres um 14 Prozent gestiegen. Das gab die Nationale Gesundheitskommission am Samstag auf einer Fachkonferenz in Kunming bekannt, ohne Gründe für den Anstieg zu nennen. Ende Juni seien rund 820.000 HIV-Infizierte im Land registriert gewesen, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua weiter. Allein im zweiten Viertel des Jahrs habe es mehr als 40.000 Neuregistrierungen gegeben. Den Angaben zufolge infizierten sich mehr als 93 Prozent dieser Patienten durch sexuelle Kontakte. Infektionen als Folge von Bluttransfusionen seien dagegen „im Prinzip auf Null reduziert“ worden, teilte die Kommission mit.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          In den neunziger Jahren hatten sich Zehntausende, nach manchen Schätzungen Hunderttausende, chinesische Bauern bei Blutspenden aufgrund der Machenschaften einer Blutplasma-Mafia mit HIV infiziert. Die Gesundheitskommission teilte mit, mehr als 80 Prozent der Erkrankten werde medikamentös behandelt. China habe zudem inzwischen ein Präventions-Netzwerk im ganzen Land aufgebaut.

          Nach Angaben einer Statistik der Aids-Organisation der Vereinten Nationen, UN-Aids, wurde im Jahr 2016 unter Männern, die Sex mit Männern hatten, eine HIV-Rate von 7,75 Prozent ermittelt. Unter Rauschgiftabhängigen lag sie bei 5,9 Prozent und unter Prostituierten bei 0,19 Prozent. Insgesamt gibt die chinesische Regierung nur sehr wenige Informationen über die Ausbreitung der Krankheit bekannt.

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