https://www.faz.net/-gum-nwbn

Gesundheit : Ungeklärte Todesfälle in Karlsruher und Darmstädter Altenheimen

  • Aktualisiert am

In diesem Altersheim starben in wenigen Tagen acht Menschen Bild: dpa/dpaweb

In Altenheimen in Darmstadt und Karlsruhe sind insgesamt 23 Menschen gestorben. Möglicherweise ist Austrocknung durch die wochenlange Hitze die Todesursache. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

          In einem Karlsruher Altenpflegeheim sind in den vergangenen Tagen 15 Senioren unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. Nach Mitteilung des Gesundheitsamts vom Dienstag waren rund 60 der 166 Heimbewohner plötzlich an hohem Fieber erkrankt. Ob die Toten Hitze-Opfer sind oder ein Krankheitserreger die Ursache für die Todesserie ist, ließen die Experten offen. In einem Altenheim in Darmstadt wurde kürzlich ein ähnlicher Fall registriert: Dort starben acht Senioren.

          Experten des Landesgesundheitsamts und des Berliner Robert Koch-Instituts hätten inzwischen mikrobiologische Tests vorgenommen und alle Heimbewohner untersucht, hieß es. Die gewonnenen Daten müßten nun erst ausgewertet werden, bevor die Ursache der Todesserie geklärt werden könne, sagte die Ärztin Friederike Schmid-Adelmann vom Karlsruher Gesundheitsamt. Mit Ergebnissen sei nicht vor Ende der Woche zu rechnen, teilte das Landesgesundheitsamt mit. Die erkrankten Bewohner des Karlsruher Heims hätten sich inzwischen wieder erholt. Es gebe daher keinen Grund, sie aus ihrer gewohnten Umgebung herauszureißen, sagte Schmid-Adelmann.

          Austrocknung eventuell Todesursache

          Die bislang ungeklärte Todesserie in einem Darmstädter Altenheim forderte unterdessen ein achtes Opfer. Möglicherweise ist die wochenlange Hitze für die rätselhaften Tode verantwortlich. Das Sozialministerium in Wiesbaden vermutete am Dienstag Austrocknung als Ursache für die Todesfälle. Ein ansteckender Erreger sei bislang nicht nachgewiesen worden.

          Insgesamt waren 24 Heimbewohner erkrankt, von denen ein Drittel gestorben ist. Bei allen war hohes Fieber und Symptome wie Atembeschwerden, Lungenentzündungen und Harnwegsinfektionen aufgetreten. Aus Sicherheitsgründen wurde den Heimbewohnern verordnet, sich nur mit abgekochtem Wasser zu waschen und ausschließlich Wasser aus Flaschen zu trinken.

          Auch in Frankfurt sind nach Angaben des Gesundheitsamtes in der großen Hitze vermutlich mehr Menschen in Altenheimen gestorben als sonst. Das Robert Koch-Institut in Berlin hatte im August nach Angaben vom Montag eine Häufung von Todesfällen in Altenheimen von Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen registriert. Genaue Zahlen und Ursachen hatte es aber nicht genannt.

          Staatsanwaltschaft ermittelt

          In Darmstadt ist nach Angaben der Seuchenexpertin Angela Wirtz vom hessischen Sozialministerium zwar eine überhöhte Belastung mit Legionellen im Wasser des Altenheims festgestellt worden. Es sei aber unwahrscheinlich, daß dies das hohe Fieber und die Atembeschwerden der Erkrankten ausgelöst habe. „Es gibt derzeit keine neuen Fälle“, sagte Heimleiter Manfred Held am Dienstag. Die erkrankten Bewohner seien fieberfrei und auf dem Weg der Besserung. Laut Wirtz hat auch die Staatsanwaltschaft Darmstadt Ermittlungen aufgenommen. Routinemäßig ermittelt die Staatsanwaltschaft immer in Fällen mit ungeklärter Todesursache.

          Chronische Austrocknung kann nach Auskunft von Medizinern zum Kreislaufkollaps führen, Gehirn und Organe werden nicht mehr ausreichend versorgt, der ausgetrocknete Mensch bekommt Fieber, was den Flüssigkeitsbedarf weiter erhöht. Austrocknung kann den Körper auch so schwächen, dass er selbst für harmlose Erreger anfällig wird.

          Weitere Themen

          Der Bierpreis bricht mal wieder Rekorde Video-Seite öffnen

          186. Oktoberfest : Der Bierpreis bricht mal wieder Rekorde

          Der Wiesnbesucher muss in diesem Jahr für eine Maß tief in die Tasche greifen. Bis zu 11,80 Euro wird für ein Liter Bier verlangt. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter verteidigt den Preis und Blickt dem Volksfest gut gestimmt entgegen.

          Eine Idylle steht vor dem Aus

          Beruf des Schäfers : Eine Idylle steht vor dem Aus

          Alle reden vom Wolf, aber Schäfer haben viel wichtigere Probleme: Spottpreise für Wolle und Fleisch sowie fehlenden Nachwuchs. Ein Besuch auf der Heide.

          Topmeldungen

          Das war nichts: Gegen Arsenal ist die Eintracht um Filip Kostic unterlegen.

          Heimdebakel in Europa League : Am Ende fällt die Eintracht auseinander

          Achtbarer Auftritt, bitteres Resultat: Frankfurt erspielt sich beim Start in die Europa League Torchancen in Hülle und Fülle, muss sich aber dem FC Arsenal geschlagen geben. In der nächsten Partie wird ein wichtiger Spieler fehlen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.