https://www.faz.net/-gum-36d1

Gesundheit : Medikament Remicade kann tödlich wirken

  • Aktualisiert am

Gefährliche Pillen Bild: Klein/STOCK4B

Das Medikament Remicade, das vor allem an Morbus Crohn und Arthritis Erkrankte nehmen, hat möglicherweise tödliche Nebenwirkungen.

          Das Medikament Remicade zur Behandlung von chronisch entzündlichen Erkrankungen hat nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) möglicherweise tödliche Nebenwirkungen. Das Produkt der Firma Essex Pharma GmbH wird zur Behandlung von Krankheiten wie Morbus Crohn und rheumatoide Arthritis eingesetzt. Seit 1998 seien weltweit 202 Todesfälle registriert worden, in Deutschland seien 29 Todesfälle bekannt, berichtet das Bundesamt am Freitag in Langen.

          In der Hälfte der Fälle starben die Patienten an schweren Infektionen, darunter auch an Tuberkulose. Als „Notfallmaßnahme“ trat nun am Freitag eine Änderung der Zulassung für Remicade in Kraft. Jeder Patient muss jetzt auf Tuberkulose untersucht werden. Patienten mit Herzproblemen dürfen das Medikament nicht mehr bekommen. Der Hersteller informiert Ärzte und Apotheker mit einem so genannten „Rote-Hand-Brief“ über die neuen Richtlilien.

          Vom Markt genommen wird das Medikament aber nicht. Trotz der „schwerwiegenden Nebenwirkungen“ sei nicht jeder Todesfall auf die Einnahme des Arzneimittels zurückzuführen, betonte das Bundesamt für Sera und Impfstoffe in Langen. Die Patienten könnten auch aus anderen Ursachen gestorben sein. „Unter Berücksichtigung der vorgenommenen Änderungen“ bewerte die Arzneimittelagentur „das Nutzen-Risiko-Verhältnis für Remicade“ nach wie vor positiv.

          Der monoklonale Antikörper Remicade wurde laut PEI 1998 in den USA zugelassen. Seither seien 200 000 Patienten weltweit behandelt worden. In Europa ist die Behandlung der Darmerkrankung Morbus Crohn seit 1999 und von Gelenkentzündung seit 2000 erlaubt. Behandelt werden durften nur Patienten, die auf andere Therapien nicht oder kaum angesprochen haben. Nach Bekanntwerden der ersten Todesfälle hatte Europäische Arzneimittelagentur EMEA bereits Ende 2000 Warnhinweise für Nebenwirkungen veröffentlicht. Nun seien die Warnhinweise „umfangreich geändert“ worden, berichtete das PEI.

          Weitere Themen

          Schwitzendes Fleisch

          Döner Kebab : Schwitzendes Fleisch

          Döner Kebab ist aus deutschen Städten nicht mehr wegzudenken. Die erste Berührung hatten Deutschland und der Döner schon im 19. Jahrhundert.

          Die Masern sind wieder da Video-Seite öffnen

          Neue Fälle in Amerika : Die Masern sind wieder da

          Mehr als die Hälfte der jüngsten Fälle traten in und um New York City auf, viele davon in der orthodoxen jüdischen Gemeinde in Brooklyn. Eine Krankheit, die im Jahr 2000 als ausgerottet erklärt wurde, ist wieder da. Und das hat bestimmte Gründe.

          Weitere Todesopfer geborgen Video-Seite öffnen

          Erdrutsch in Kolumbien : Weitere Todesopfer geborgen

          Nach dem Erdrutsch in Kolumbien ist die Zahl der Toten auf mindestens 28 gestiegen. Rettungskräfte bargen am Montag elf weitere Leichen, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Nun gelten noch mindestens zwei Menschen als vermisst.

          Topmeldungen

          Sinn und Unsinn von E-Autos : Gehen wir der Sache auf den Grund!

          Wie umweltfreundlich sind E-Autos wirklich? Zwei Professoren stellen die EU-Gesetzgebung in Frage – und bringen Tesla in Rage. Die Frage, wer recht hat, ist nicht einfach zu beantworten. Ein Faktencheck.
          Tudorel Toader muss sein Amt als rumänischer Justizminister verlassen.

          Rumänische Justiz : Nicht korrupt genug

          Rumänien bekommt einen neuen Justizminister, denn der bisherige Amtsinhaber Tudorel Toader hat sich den Zorn des mächtigen Liviu Dragnea zugezogen. Der neue soll nach dem Willen des Strippenziehers den Rechtsstaat schneller demontieren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.