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Gesundheit : Europäische Länder treffen Vorsorge gegen asiatische Lungenentzündung

  • Aktualisiert am

Vorsichtsmaßnahmen in einem Krankenhaus in Taiwan Bild: AP

Europäische Länder treffen mit Warnungen Vorsorge gegen die asiatische Lungenentzündung. Der Zustand des in Frankfurt isolierten Patienten hat sich verschlechtert. Die Quarantäne für seine Mitreisenden ist aufgehoben.

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          Nach dem Verdacht auf eine hochgefährliche Lungenentzündung am Frankfurter Flughafen haben mehrere europäische Staaten verstärkte Kontrollen und Vorsorgemaßnahmen angeordnet. Die Krankheit grassiert in Asien. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Samstag eine Reisewarnung wegen der Krankheit ausgesprochen.

          Von der rätselhaften Lungenentzündung, die am Samstag bei einem Passagier auf dem Frankfurter Flughafen festgestellt wurde, geht nach den bisherigen Erkenntnissen der hessischen Behörden keine Gefahr für die Bevölkerung aus. „Wir gehen von einer äußerst geringen Gefährdung aus“, hieß es. Der Zustand des Mannes hat sich am Sonntag verschlechtert. Die Quarantäne für die Mitreisenden wurde aufgehoben; sie konnten weiterreisen.

          Europa sorgt vor

          In Italien setzte das Gesundheitsministerium Kontrollen an den internationalen Flughäfen in Rom und Mailand in Kraft. Erkrankungen seien dort aber bisher nicht gemeldet worden. In Großbritannien wurden aus Asien heimkehrende Reisende nach Rundfunkangaben aufgefordert, auf Symptome für die mysteriöse Art von Lungenentzündung zu achten. Von speziellen Vorsorgemaßnahmen der Behörden war zunächst nicht die Rede.

          Der Flughafen Zürich setzt nach Angaben der Flughafengesellschaft die Empfehlungen der WHO um: Das Flugpersonal sei deshalb angewiesen, auf Symptome des Schweren Akuten Atemnotsyndroms (SARS) zu achten. Dazu zähle Fieber über 38 Grad, Atemnot oder Husten. Die französischen Gesundheitsbehörden ergriffen erste Maßnahmen, um in acht Krankenhäusern des Landes möglicherweise Erkrankte isolieren zu können. Sie empfahlen, Reisen in die betroffenen asiatischen Gebiete zu verschieben. Wer seit dem 1. März mit Grippe-Anzeichen aus Hanoi oder Hongkong zurückgekehrt sei, solle sich unverzüglich melden.

          Quarantäne in Frankfurt aufgehoben

          Am Samstag war ein ankommender Arzt aus Singapur mit Anzeichen einer rätselhaften Lungeninfektion in die Isolierstation des Universitätsklinikums in Frankfurt gebracht worden. Der Zustand des 32-Jährigen hat sich nach Angaben der Klinikleitung verschlechtert. Auch seine schwangere Ehefrau und seine Schwiegermutter kamen in Quarantäne. Der Mediziner hatte in Singapur zwei Patienten mit Symptomen der möglicherweise tödlichen Lungenentzündung behandelt.

          Die 235 Menschen, die in Frankfurt wegen des Verdachts auf eine rätselhafte Lungeninfektion in Quarantäne waren, sind derweil wieder zu Hause oder auf dem Weg dorthin. Sie waren in der Maschine der Singapore Airlines von New York nach Frankfurt gekommen, in dem auch der infizierte Arzt saß. Laut Angaben des hessischen Sozialministerium vom Sonntag wurde die Quarantäne am Frankfurter Flughafen aufgehoben. Betroffen waren laut den Angaben 83 Deutsche, 57 Menschen mit anderen Zielländern, 80 Fluggäste, die nach Singapur weiterflogen, und 15 Crewmitgliedern.

          Neuntes Todesopfer?

          In Asien hat die rätselhafte Lungenentzündung ihr vermutlich neuntes Todesopfer gefordert. In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi starb am Samstag eine Krankenschwester im Französischen Krankenhaus. Weitere Todesfälle wurden bislang aus China, Hong Kong und Kanada gemeldet. Die WHO hat bislang nicht bestätigt, dass die Todesfälle alle auf dieselbe Krankheit zurückzuführen sind.

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