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Gesellschaft für deutsche Sprache : „GroKo“ ist Wort des Jahres

  • Aktualisiert am

Die „GroKo“: Sigmar Gabriel, Angela Merkel und Horst Seehofer präsentieren ihren Vertrag. Bild: AFP

Noch ist die große Koalition nicht endgültig besiegelt, einen Erfolg aber kann sie schon verbuchen: „GroKo“ ist das Wort des Jahres 2013. Auf Platz zwei landet der „Protz-Bischof“.

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          „GroKo“ ist das Wort des Jahres 2013. Es steht für die geplante große Koalition aus CDU, CSU und SPD. Dieses Wort charakterisiere das Jahr in besonderer Weise, begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache am Freitag in Wiesbaden ihre Wahl.

          Es sei zudem eine interessante, sprachspielerische Wortbildung, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Armin Burkhardt.  Das Wort zeige in seinem Anklang an „Kroko“ beziehungsweise „Krokodil“ eine halb spöttische Haltung und habe die Presse bereits zu neuen Bildungen wie „GroKo-Deal“ animiert.

          Auf den zweiten Platz setzten die Sprachforscher „Protz-Bischof“. Unter diesem Namen war Franz-Peter Tebartz-van Elst weit über die Grenzen seines Bistums Limburg hinaus bekannt geworden.

          Als Gegenpol zu Protz und Prunk wurde die „Armutseinwanderung“ auf Platz drei gewählt.

          Vergangenes Jahr hatte sich die Gesellschaft für deutsche Sprache für „Rettungsroutine“ als Wort des Jahres entschieden. Die Jury hatte ihre zehn „Wörter des Jahres 2013“ aus mehr als 2400 Vorschlägen ausgewählt. Dabei geht es laut Akademie nicht um Häufigkeit, sondern um eine Art sprachliche Chronik des zu Ende gehenden Jahres.

          Die zehn Nominierten im Überblick

          1. GroKo

          2. Protz-Bischof

          3. Armutseinwanderung

          4. Zinsschmelze

          5. Big Data

          6. Ausschließeritis

          7. Generation Sandsack

          8. Ausländermaut

          9. falsche Neun

          10. »Freund hört mit«

          Neben dem „Wort des Jahres“ der Wiesbadener Gesellschaft für deutsche Sprache gibt es auch zahlreiche andere „Worte“, die von unterschiedlichen Institutionen mit unterschiedlichen Zielsetzungen ausgewählt werden. Hier eine Auswahl des aktuellen Jahres:

          „Supergrundrecht“ hat Chancen auf das „Unwort des Jahres 2013“. Der Begriff wurde im Zuge der NSA-Abhöraffäre verwendet. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte die Ansicht vertreten, für Deutsche sei Sicherheit ein „Supergrundrecht“ und stehe höher als andere Grundrechte. Eine sprachkritische Jury um Professorin Nina Janich von der Technischen Universität Darmstadt will das Unwort am 14. Januar 2014 vorstellen.

          „Babo“ ist das Jugendwort des Jahres. Es bedeutet so viel wie Boss oder Anführer. Bekannt gemacht hatte den Begriff ein Rapper namens Haftbefehl. Die Internet-Abstimmung zum Jugendwort des Jahres wird vom Langenscheidt-Verlag organisiert.

          „Selfie“ ist das englische Wort des Jahres. Der Ausdruck bezeichnet ein Foto, das jemand von sich selbst macht - typischerweise, um es in Sozialen Netzwerken hochzuladen. Gekürt hat das Wort das Oxford English Dictionary.

          „Rallögen“ ist das schönste plattdeutsche Wort des Jahres. Es bedeutet „besinnungslos oder schlaftrunken die Augen verdrehen“. Ausgewählt haben es das Stavenhagener Fritz-Reuter-Literaturmuseum und der dort ansässige Bund Niederdeutscher Autoren.

          „Frankschämen“ ist das Wort des Jahres 2013 in Österreich. Der Begriff wurde geprägt für den Politiker Frank Stronach mit Spitznamen „Fränk“, dessen Auftritte viele Österreicher zum Fremdschämen fanden. Unwort im Nachbarland wurde „inländerfreundlich“. Beides wird ausgewählt von der Forschungsstelle Österreichisches Deutsch der Universität Graz.

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