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Gerichtsurteil : Teilerfolg für Bauer und Burda

Charlotte Casiraghi Bild: Reuters

Die Verlage Bauer und Burda dürfen weiterhin über Charlotte Casiraghi, eine Tochter von Caroline Louise Marguerite Prinzessin von Hannover, berichten. Dennoch ist das Urteil der Karlsruher Richter nur ein Teilerfolg: Ein Foto bleibt verboten.

          Im Streit um die Zulässigkeit von Prominenten-Berichterstattung haben die Verlage Bauer und Burda vor dem Bundesverfassungsgericht einen Teilerfolg errungen. In einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss hoben die Karlsruher Richter Entscheidungen von Zivilgerichten auf, in denen die Wortberichterstattung über Charlotte Marie Pomeline Casiraghi (24) verboten worden war.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Hingegen bestätigten die Verfassungsrichter das Verbot eines Fotos der jungen Frau, einer Tochter von Caroline Louise Marguerite Prinzessin von Hannover (53), auf dem Titelblatt der Zeitschrift „Neue Post“. Die Berichte befassten sich mit öffentlichen Auftritten Charlotte Casiraghis bei Festivitäten in Paris. Zu dem Titelfoto, das im März 2007 erschien, warf die „Neue Post“ (Heinrich Bauer Verlag) unter der Überschrift „Schockierende Fotos“ die Frage auf, „wie gefährlich“ das „süße Leben“ sei; im Blattinneren wurde Charlotte Casiraghi dann als „Monacos schönste Rose“ vorgestellt, die sich seit kurzem „auf dem gesellschaftlichen Parkett“ bewege, etwa bei einer französischen Aids-Gala zu Gast gewesen sei.

          Kein öffentliches Interesse

          Das Verbot, die Fotografie neuerlich auf dem Titelblatt zu veröffentlichen, ist aus Karlsruher Sicht rechtens: Zum einen bestehe an Charlotte Casiraghi „kein mit dem Interesse an dem Leben eines Staatsoberhaupts vergleichbares öffentliches Interesse“, zum anderen seien die Zivilgerichte angesichts der Überschrift zurecht davon ausgegangen, dass der dazugehörige Artikel nicht etwa über ein zeitgeschichtliches Ereignis, sondern über den angeblichen Lebenswandel der Frau berichte.

          Erfolg hatten hingegen Verfassungsbeschwerden gegen die Untersagung der Wortberichterstattung in dem Artikel in der „Neuen Post“ sowie in einem weiteren in der Zeitschrift „Bunte“ (Hubert Burda Media), in dem über Charlotte Casiraghi als Angehörige des „neuen 1-A-Goldrand-Jetsets“ auf „dem Weg an die Gesellschaftsspitze“ berichtet wurde: Diese Artikel verletzten nicht die Ehre Charlotte Casiraghis, so dass ihr Persönlichkeitsrecht nicht beeinträchtigt sei.

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