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Gerichtsurteil : Promillegrenze für Kutscher

Don´t drink and ride: Kutscher in Brandenburg Bild: ZB

Wie viel Alkohol darf man trinken, wenn man anschließend Kutsche fährt? Mit dieser Frage musste sich das Oberlandesgericht Oldenburg beschäftigen - und setzte die gleiche Grenze wie für Autofahrer.

          Mit strengen Alkoholgrenzen am Steuer müssen Autofahrer schon lange leben. Nun hat das Oberlandesgericht Oldenburg auch Hochprozentigem auf dem Kutschbock klare Grenzen gesetzt: Von 1,1 Promille an sind Kutscher fahruntüchtig, stellten die Richter fest (Aktenzeichen 1 Ss 204/13).

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          In dem Verfahren mussten sie über die Kutschfahrt eines Manns entscheiden, der im August 2012 mit fast zwei Promille auf einer öffentlichen Straße im Emsland erwischt worden war. Das Gericht begründete sein Urteil damit, dass Kutscher im Straßenverkehr vielfältige Anforderungen erfüllen müssten. Ein Pferd sei grundsätzlich zu keiner angemessenen Eigenreaktion fähig, sondern verlasse sich auf den Fahrer.

          Dabei müsse er jederzeit in der Lage sein, schnell zu reagieren. Außerdem brauche er seine Stimme, um die Pferde zu führen. Die untere Instanz hatte das anders gesehen: Das Landgericht Osnabrück hatte entschieden, dass für die absolute Fahruntüchtigkeit weder die 1,1-Promille-Grenze für Kraftfahrer noch die 1,6-Promille-Grenze für Fahrradfahrer anwendbar sei. Schließlich sei eine Kutsche langsam unterwegs. Auf den Gleichgewichtssinn käme es nicht so an.

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