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Gentechnik : Good bye, Dolly

  • Aktualisiert am

Dolly im Jahr 1997 Bild: dpa

Das Klonschaf Dolly ist tot. Das erste geklonte Tier ist eingeschläfert worden, weil es an einer Lungenkrankheit litt.

          2 Min.

          Das schottische Schaf „Dolly“, das weltweit erste Säugetier, das durch Klonen eines erwachsenen Tieres entstand, ist tot. Wie das Roslin Institute am Freitag in London weiter mitteilte, wurde das Schaf eingeschläfert, nachdem eine fortschreitende Lungenerkrankung bei ihm diagnostiziert wurde. Bis zur Geburt Dollys 1996 galt es als unmöglich galt, ein erwachsenes Säugetier zu klonen. „Dollys“ Erschaffung durch schottische Wissenschaftler war eine wissenschaftliche Sensation, die eine breite öffentliche Debatte über das Für und Wider der Gentechnik anheizte.

          Schottischen Wissenschaftlern war es 1996 gelungen, das Schaf „Dolly“ aus einer Euterzelle zu klonen. 1999 stellten Wissenschaftler dann fest, dass „Dollys“ Zellen Alterungs- und Abnützungserscheinungen zeigten, wie sie normalerweise bei älteren Tieren gefunden werden. Vor einem Jahr war Dollys „Schöpfer“, Professor Ian Wilmut, bereits durch eine Arthritis im linken Hinterbein des Tiers aufgeschreckt worden. Er selbst wertete diese typische Alterserkrankung bei dem noch relativ jungen Tier als Indiz dafür, dass die derzeitigen Klon- Techniken „ineffizient“ seien. „Wir sind sehr enttäuscht und werden Dolly sehr sorgfältig beobachten müssen“, hatte der Genetiker gesagt. An der Londoner Börse war der Kurs der Firma PPL Therapeutics, die seine Forschungsergebnisse vermarktet, daraufhin um 15 Prozent gesunken.

          „Dolly“ wurde sechs Jahre alt. Harry Griffen vom Roslin Institute in der Nähe von Edinburgh erkläre, dass Schafe elf oder zwölf Jahre alt werden können und Lungeninfektionen normal bei älteren Schafen seien, besonders wenn sie nicht im Freien gehalten werden. „Es wird eine volle Autopsie geben, und wir werden jedes wichtige Ergebnis berichtet“, kündigte Griffin an.

          Erstmalig gelang das Klonen

          Bei der Reproduktion des Schafs entnahmen die Gentechniker des Roslin Instituts dem Euter eines erwachsenen Tieres einen Zellkern mit der Erbinformation und pflanzten diesen in die Eizelle eines anderen Schafes ein. Aus diesem Ei war zuvor die eigene genetische Informationen entfernt worden. Das so veränderte Ei wurde einem dritten Schaf eingepflanzt, das es als Leihmutter austrug und schließlich Dolly zur Welt brachte - die exakte Doppelgängerin des ersten Schafes. Der wissenschaftliche Durchbruch bestand dabei darin, dass der Zellkern des erwachsenen Tieres in dem fremden Ei die Fähigkeit der embryonalen Keimzelle entwickelte, alle Erbinformationen eines komplexen Organismus weiterzugeben.

          Zahlreiche andere Versuche, Tiere zu klonen, endeten mit Fehlschlägen. Völlig deformierte Föten mit abnormen Organen starben schon in der Gebärmutter, viele wurden auch tot geboren. Andere Klone starben wenige Tage nach ihrer Geburt - oft hatten sie zu diesem Zeitpunkt eine abnormale Größe erreicht.

          Der Begriff „Klonen“, der sich von dem griechischen Wort für „Zweig“ ableitet, bezeichnet die ungeschlechtliche Vermehrung eines Wesens um ein oder mehrere Wesen, die sein exaktes und erbgleiches Abbild sind. Das Roslin Institut ist eines der führenden Zentren bei der Embryonenforschung an Nutz- und anderen Tieren.

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