https://www.faz.net/-gum-2qms

Genforschung : Länger leben dank Chromosom Nr. 4

  • Aktualisiert am

DNA-Sequenzen sind der Schlüssel zum Leben Bild: dpa

Amerikanische Forscher sind dem langen Leben auf der Spur: Sie haben die Gene für eine hohe Lebenswerwartung eingekreist. Der Schlüssel dazu liegt im vierten Chromosom des Menschen.

          1 Min.

          Dem Geheimnis eines langen Lebens sind amerikanische Forscher in Washington und Boston dicht auf den Fersen. Bisher wurde angenommen, dass bis zu tausend Gene im menschlichen Erbgut die Lebenserwartung beeinflussen. Die Teams um Louis Kunkel (Howard Hughes Medical Center) und Thomas Perls (Beth Israel Deaconess Medical Center) glauben jedoch, dass es sich nur um wenige, wenn nicht sogar nur um ein einziges Gen handelt.

          Nach den Angaben der Wissenschaftler konnten sie in einer Studie die Gene für ein hohes Alter auf ein einziges Chromosom eingrenzen. Dieses Chromosom mit der Nummer 4 bietet aber immer noch genügend Spielraum: Rund 500 einzelne Gene befinden sich in dem entscheidenden Bereich. Wenn es gelingt, die lebensverlängernden Gene darunter genau zu bestimmen, könnte man auf dieser Basis möglicherweise Medikamente entwickeln, die auch genetisch weniger begünstigen Menschen ein langes Leben ermöglichen.

          Der kleine Unterschied: Chromosom Nr. 4

          In der Studie wurden rund 140 Geschwisterpaare untersucht, die alle außergewöhnlich betagt sind. Bei der Suche nach dem entscheidenden Gen konzentrierten sich die Forscher dabei auf 400 bestimmte Punkte im Erbgut und stellten fest, dass ein kleiner Bereich auf dem vierten Chromosom bei den Versuchspersonen anders aufgebaut ist als gewöhnlich.

          Nach Angaben der Wissenschaftler leben Menschen mit „guten Versionen“ der fraglichen Gene gut 20 Jahre länger als genetisch weniger begünstigte Menschen, und die meisten davon bleiben bis ins hohe Alter aktiv und vergleichsweise gesund. Gelingt es den Ärzten im nächsten Schritt, das verantwortliche Gen zu identifizieren, könnte dies für alle Menschen Wirklichkeit werden.

          „Kann auf den Tod gut verzichten“

          Eine EMNID-Umfrage hat derweil ergeben, dass 40 Prozent der Deutschen keinen Einfluss auf die Länge ihres Lebens nehmen wollen. Lediglich drei Prozent wollen 100 bis 120 Jahre alt werden. Die Vorstellung, ewig zu leben, behagt ebenfalls nur drei Prozent der Befragten. Die verschiedenen Generationen haben hierzu auch unterschiedliche Ansichten: Von den 14- bis 29-Jährigen erklärten ganze sieben Prozent, sie könnten auf den Tod gut verzichten. Diesen Wunsch äußerte nur ein Prozent der Älteren.

          Weitere Themen

          Das deutsche Alcatraz der Viren Video-Seite öffnen

          Ostsee-Insel Riems : Das deutsche Alcatraz der Viren

          Oft wird sie die „gefährlichste Insel Deutschlands“ genannt: Auf der Ostsee-Insel Riems in der Nähe von Greifswald wird an tödlichen Tierseuchen geforscht – wie Ebola, Tollwut und der Afrikanischen Schweinepest. Und das seit mittlerweile seit über 100 Jahren.

          Topmeldungen

          Johnson und der Brexit : Drei Briefe und ein einziges Ziel

          Boris Johnson will weiter versuchen, das Brexit-Abkommen bis Ende des Monats zu ratifizieren. Schon am Montag könnte die Regierung in London eine neue Abstimmung über den Brexit-Vertrag ansetzen – wenn John Bercow das zulässt.
          Kurdisches Fahnenmeer: Demonstranten am Samstag in Köln

          Türken-Kurden-Konflikt : Kurz vor der Explosion

          Der Krieg in Nordsyrien führt auch in Deutschland zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen türkischen und kurdischen Migranten. Das könnte erst der Anfang sein.
          Mit Arte in Oslo: Carola Rackete.

          Carola Rackete bei Arte : Ein ganz persönlicher Kulturschock

          In der Arte-Reihe „Durch die Nacht mit ...“ treffen die Aktivistin Carola Rackete und die norwegische Schriftstellerin Maja Lunde aufeinander. Man meint, sie hätten einander viel zu sagen. Es kommt anders.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.