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Genetik : Genetisch gleicht die Maus dem Menschen fast genau

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Mensch und Maus ähneln sich - zumindest genetisch Bild: AP

Da das Erbgut von Mensch und Maus weitgehend übereinstimmt, können Ärzte anhand von Mäusen menschliche Krankheiten erforschen.

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          Das Erbgut der Maus ist nahezu vollständig entziffert. Und ein Ergebnis, der Entschlüsselung ist, dass die Maus mit dem Menschen in 99 Prozent ihrer Gene übereinstimmt. Damit eröffnet sich Wissenschaftlern die Möglichkeit, Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Parkinson mit bislang ungekannter Präzision an dem Nagetier zu erforschen. Nach dem Menschen ist die Maus der zweite Säuger, dessen Erbgut weitgehend im Computer gespeichert ist.

          Die rund 2,5 Milliarden chemischen Genbausteine der Maus (Mus musculus) wurden von Forschern des öffentlich finanzierten „Mouse Genome Sequencing Consortium“ gelesen. Die Arbeitsversion dieser vornehmlich Gruppe, an der Japan, China, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und die USA beteiligt sind, stellt das britische Fachblatt „Nature“ am Donnerstag vor. Die Ergebnisse sind demnach zu 96 Prozent komplett und stehen im Internet frei zur Verfügung. Das US-Unternehmen Celera Genomics hatte zwar schon im April 2001 eine vorläufige Version des Mausgenoms fertig gestellt. Diese Daten sind jedoch weniger präzise und ihre Nutzung muss bezahlt werden.

          Kleiner aber „gleich viel drin“

          Das Mausgenom ist 14 Prozent kleiner als das des Menschen (rund 3 Milliarden Bausteine). Trotzdem haben beide jeweils etwa 30.000 Erbanlagen, wie die Arbeitsgruppe berichtet. Der Mensch hat mehr Bausteine als die Maus, die keine Gen-Informationen enthalten.

          „Erst durch die vollständigen Gendaten der Maus lässt sich das Potenzial des menschlichen Genoms wirklich erschließen“, sagte Helmut Blöcker, Mitglied des wissenschaftlichen Steuerungskomitees des Deutschen Humangenomprojektes, am Mittwoch. „Das Mausgenom ist aber auf keinen Fall fertig.“ Blöcker schätzt, dass es noch anderthalb bis zwei Jahre dauern wird, bis es vollständig publiziert ist. Die vollständige Version des menschlichen Bauplans soll im April erscheinen.s

          Gene bekannt, die einen Schwanz wachsen lassen

          Die Maus ist ein bevorzugtes Forschungsobjekt, weil sie weitgehende Parallelen zu Anatomie, Körperbau, Stoffwechsel und Genetik des Menschen hat. Obwohl das Nagetier vollkommen anders aussieht, viel kleiner ist und kürzer lebt, funktionieren seine Organe, Gewebe und Zellen sehr ähnlich wie die des Menschen. Bei der Maus gefundene Ergebnisse lassen sich weitgehend auf ihn übertragen. Außerdem können Genetiker Mäuse für Tierversuche schaffen, die ähnliche Krankheiten wie der Mensch haben.

          Einige Gene und ihre Funktionsweise sind identifiziert. „Wir besitzen sogar die Gene, die einen Schwanz machen könnten“, sagt Jane Rogers, Chefin der Sequenzierungabteilung des beteiligten Wellcome Trust Sanger Institute in Cambridge (Großbritannien).

          Langlebigkeitsgen identifiziert

          Und eine neue Erkenntnis kam es mit der Entschlüsselung: Wissenschaftler vom Hospital Saint-Antoine in Paris haben ein Gen identifiziert, dessen Ausschaltung die kleinen Nager um ein Viertel länger leben lässt. Das Ausschalten einer der beiden Kopien des Gens, das einen Tyrosinkinase-Rezeptor kodiert, macht die Mäuse resistenter gegen oxidativen Stress - einer Ursache des Alterns. Der Effekt: Die Lebenserwartung der Tiere stieg um 26 Prozent. Im Gegensatz zu Fruchtfliegen und Fadenwürmern, deren funktionsgleiche Gene in anderen Experimenten ausgeschaltet wurden, wiesen die Mäuse mit nur einer Kopie des Gens keine Zwergwüchsigkeit oder verringerte Fruchtbarkeit auf. Allerdings konnten die Forscher bei Mäusen nur eine der Kopien des Gens ausschalten - wurden beide funktionsunfähig gemacht, waren die Mäuse nicht lebensfähig.

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