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Gelandet : "Trinkt Wasser, ihr landet"

  • -Aktualisiert am

Die Crew nach der Landung in Kalifornien Bild: AP

Die Nasa-Raumfähre „Discovery“ ist von ihrem Besuch zur Internationalen Raumstation ISS zurückgekehrt; Kommandantin Eileen Collins meldete von Bord: „Wir sind froh, zurück zu sein“. Der lange Rückflug der Raumfähre nach dreizehn Tagen im All.

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          Als Ken Ham vom Nasa-Kontrollzentrum in Houston Eileen Collins mitteilte, daß sie und die sechs übrigen Astronauten an Bord der „Discovery“ wegen schlechten Wetters nicht wie geplant am Montag zur Erde zurückkehren könnten, nahm die Kommandantin die Nachricht mit professionell freundlicher Gelassenheit auf:

          „Wir freuen uns auf einen weiteren Tag im Orbit und sehen euch dann morgen auf der Erde“, antwortete sie. Astronaut Stephen Robinson nahm die Verzögerung mit Humor. Er bedankte sich beim Kontrollzentrum in Houston „für den großartigen freien Tag“, während im Hintergrund Rock' n' Roll und Countrymusik aus der „Discovery“ zu hören waren. Aber auch Robinson, der in einer Astronautenband Baßgitarre spielt, gestand nach mehr als dreizehn Tagen Schwebezustand im All zu, daß er sich schon darauf freue, „wieder festen Boden unter den Füßen zu haben“.

          Landebedingung: Kein Regen oder Gewitter

          Ob das Wetter allerdings eine Landung am Kennedy-Raumfahrtzentrum in Florida zulassen würde, schien am Montag fraglich. Die Meteorologen prophezeiten Wolken und womöglich auch etwas Regen. Die Nasa hat zur Bedingung gemacht, daß beim Landeanflug mindestens eine Sichtweite von knapp acht Kilometern herrschen müsse und im Umkreis von rund 56 Kilometern kein Regen fallen und keine Gewitter auftreten dürften. Der Sprecher der Nasa Pat Ryan wies am Montag darauf hin, daß die Hitzeschutzkacheln an der Unterseite des Shuttles bei einer Landung in schlechtem Wetter Schaden nehmen könnten.

          „Sie können auch durch Regen beschädigt werden“, sagte er. Besser als für Cape Canaveral war die Wettervoraussage am Montag für den Luftwaffenstützpunkt Edwards in der kalifornischen Mojave-Wüste. Für dort wurden „akzeptable Wetterbedingungen“ vorhergesagt. Regen prophezeiten die Meteorologen dagegen auch für den dritten möglichen Landeplatz der „Discovery“, den Raketenstützpunkt White Sands im Bundesstaat New Mexiko. Aber eine Landung dort galt ohnehin als die am wenigsten wünschenswerte Option. Nur einmal, vor mehr als 20 Jahren, war eine Raumfähre dort gelandet. 1982 war die im Februar 2003 verglühte „Columbia“ während eines Sandsturms auf dem Stützpunkt von White Sands zur Erde zurückgekehrt. Noch Jahre später fanden die Mechaniker Sandkörner in den Ritzen des Shuttles.

          Wechruf „Good Day Sunshine“

          Auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards sind dagegen schon 49 Flüge ins Weltall zu Ende gegangen, nicht so viele weniger als auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral, wo 61 Flüge endeten. Doch wollte die Nasa eine Landung im Westen der Vereinigten Staaten nach Möglichkeit vermeiden. Die „Discovery“ muß jetzt von dort über mehrere Tage und mit einem Kostenaufwand von etwa einer Million Dollar zurück zum Kennedy-Raumfahrtzentrum in Florida transportiert werden. Dadurch könnte auch der Termin für den nächsten Flug ins All in Gefahr geraten. Noch hoffen die Nasa-Techniker, die bei der „Discovery-Mission“ aufgetretenen Schwierigkeiten mit der Schaumstoffisolierung am Außentank bis zum 22. September beheben zu können. Dann soll die „Atlantis“ starten. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß zu diesem Termin auch die „Discovery“ wieder einsatzbereit ist, damit sie die Mannschaft der „Atlantis“ bergen kann, falls auf deren Mission Schwierigkeiten auftreten.

          Am Dienstag wurde die Mannschaft der „Discovery“ mit dem Beatles-Hit „Good Day Sunshine“ geweckt. „Wir hoffen, daß ihr heute wieder festen Boden unter den Füßen haben werdet“, begrüßte die Astronautin Wendy Lawrence im Kontrollzentrum die Mannschaft. Geplant war die Landung für 5.07 Uhr Florida Ortszeit. Doch die Hoffnungen auf gutes Wetter in Cape Canaveral erfüllten sich nicht; vor der Küste Floridas herrschte stürmisches Wetter. Die Wetterbedingungen seien „nicht akzeptabel“, teilte die Nasa den sieben Astronauten kurz vor dem geplanten Bremsmanöver (“Deorbit Burn“) mit, mit dem die Rückkehr zur Erde eingeleitet wird. „Wir bitten euch, die Erde noch einmal vorbeiziehen zu sehen“, hieß es aus dem Kontrollzentrum in Houston. „Alles, was wir tun können, ist abzuwarten und auf stabilere Bedingungen zu hoffen.“

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