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Gehirnforschung : Schlaf macht Finger flinker

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Flinke Finger durch mehr Schlaf Bild: dpa

Fingerbewegungen erlernen sich zwar nicht im Schlaf, aber Schlaf kurz nach dem Erlernen hilft. Eine interessante Erkenntnis für Musiker und Sportler.

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          Um Profi-Pianist zu werden, ist üben, üben, üben angesagt. Denn jeder, der ein Instrument spielt, weiß wie schwer es sein kann, bestimmte Fingerbewegungen zu lernen. Dabei gibt es eine einfache Hilfe: Ein bisschen Schlaf hilft dem Gehirn, Bewegungsabfolgen zu lernen.

          Dass Schlaf die Fähigkeiten des Gehirns verbessert, sich an Dinge und Eindrücke zu erinnern, ist bekannt. Jetzt haben Stefan Fischer und sein Team an der Universität Lübeck herausgefunden, dass Schlaf auch motorische Lernprozesse verbessert.

          Klopfzeichen schneller lernen

          Das Verfahren der Studie war einfach. Die Probanden lernten eine bestimmte Folge von Fingerklopfern auf dem Tisch. Danach durften sie entweder acht Stunden schlafen oder mussten während dieser Zeitspanne wach bleiben. Bei erneuter Kontrolle konnten die Schläfer die Fingerfolge schneller und genauer wiedergeben als die, die wach bleiben mussten. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Wach-Phase nachts oder tags war. Auch Müdigkeit wurde ausgeschlossen, denn auch am zweiten Tag nach dem Erlernen konnten es die, die danach geschlafen hatten, besser. Und das nach einer ganzen Nacht voller Schlaf für beide Gruppen.

          Diese gute Nachricht hat einen Haken. Beim Abwandeln der Bewegungsfolge also beispielsweise einer Umkehrung, hat der Schlaf nichts gebracht. Beide Gruppen konnten die umgekehrte Reihenfolge an Bewegungen gleich gut oder schlecht. ausführen.

          Erkenntnis für den ganzen Körper

          Diese Erkenntnisse beschränken sich vermutlich nicht auf Fingerübungen sondern könnten auch für andere körperliche Bewegungsfolgen gelten. Die Autoren folgerten aus ihren Ergebnissen, dass Schlaf nötig ist, um tägliche motorische Routinen wie beim Sport oder bei der Arbeit besser lernen zu können.

          Ob das allerdings heißt, dass der Pianist immer vor der Bettruhe neue Stücke einüben sollte, ist unklar. Offensichtlich hilft aber ausreichend Schlaf dabei, einen Wettbewerbsvorteil zu erreichen.

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