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Nur noch 1,3 Kinder pro Frau : Geburtenziffer während Pandemie deutlich gesunken

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Die Corona-Pandemie hat in vielen Ländern Europas erhebliche Effekte auf das kurzfristige Geburtenverhalten gehabt. Bild: AFP

Aus Sorge vor Nebenwirkungen der Corona-Impfung haben viele Frauen in Deutschland ihren Kinderwunsch zurückgestellt. Das zeigt eine aktuelle Studie. Auch in anderen Ländern Europas ist die Geburtenziffer deutlich gefallen.

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          Die Geburtenziffer in Deutschland ist seit Beginn des Jahres deutlich gesunken. Während der Wert von 2015 bis 2021 noch zwischen 1,5 und 1,6 Kindern pro Frau pendelte, ist er zum Jahresbeginn auf 1,3 bis 1,4 gefallen, wie aus einer Studie hervorgeht, die das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden am Dienstag veröffentlichte. Das entspricht einem Rückgang von mehr als zehn Prozent gegenüber den Jahren vor der Pandemie.

          Eine wesentliche Ursache für den Rückgang ist laut Studie, dass Frauen beim Start der Corona-Impfkampagne im Frühjahr 2021 ihren Kinderwunsch zunächst zurückgestellt haben: „Es ist plausibel, dass sich manche Frauen erst impfen lassen wollten, bevor sie schwanger werden“, sagte Martin Bujard, Forschungsdirektor am BiB. „Da die Impfung zunächst für Schwangere nicht empfohlen war, wurde der Kinderwunsch oftmals aufgeschoben.“

          Im Mai 2022 zeichnete sich den Angaben zufolge wieder eine leichte Erholung der Geburtenziffer ab. Sie kletterte auf 1,48, was auf ein Ende dieses Aufschubs deuten könnte. Die Entwicklung der Geburten in den kommenden Monaten sei noch unklar, so Bujard.

          Mit dem kräftigen Einbruch ist Deutschland nicht alleine. Auch in Skandinavien fand im gleichen Zeitraum ein Rückgang statt, wie die internationale Studie zeigt. In Schweden beispielsweise fiel die Geburtenziffer von etwa 1,7 (2021) auf 1,5 bis 1,6. „Die Corona-Pandemie hat auch in anderen Ländern Europas erhebliche Effekte auf das kurzfristige Geburtenverhalten verursacht“, fasste Bujard die Ergebnisse zusammen.

          Es lasse sich eine deutliche zeitliche Parallele zwischen dem Start der Impfkampagne und dem Rückgang der Geburtenrate neun Monate später erkennen, erklärte der Forscher. In den zurückliegenden 30 Jahren sei – abseits saisonaler Einflüsse – kein solcher Einbruch der Zahlen erkennbar.

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