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G-Star : Holländischer Hüftschwung

  • Aktualisiert am

„G-Star” im Praxistest Bild: F.A.Z. - Helmut Fricke

Das holländische Unternehmen „G-Star“ setzt seit 1996 auf das Raw-Konzept: Die Hosen sind aus ziemlich rauhen, aber sehr sauberen, ungewaschenen Materialien geschneidert. Im „Product Intelligence Center“ in Basel forscht man derweil schon an der Jeans von morgen.

          Wenn eine Jeansmarke Läden eröffnet in Singapur und Sydney, in Dubai und Dublin, in Bilbao und Bordeaux, in New York und Neuss, dann verkauft sie mehr als blaue Hosen, Shirts, Taschen und Mützen. Vor allem muß ein so erfolgreiches Label mit einem Gefühl handeln, in das der Käufer mit den Beinen voran hineinschlüpft.

          „Levi's“ und „Diesel“ haben das geschafft, und nun gehört auch „G-Star“ zu den erfolgreichsten Denim-Produzenten. Wer in der Spitze dabeisein will, tut in Zeiten ständig wechselnder Moden gut daran, das Gesicht seiner Marke nicht ebenso stark zu verwaschen wie den Stoff einer Jeans-Hose.

          Der „Raw“-Look aus dem „Intelligence Center“

          Das holländische Unternehmen setzt seit 1996 auf das Raw-Konzept. Die Hosen sind - wie der Name schon verspricht - aus ziemlich rauhen, aber sehr sauberen, ungewaschenen Materialien geschneidert. Die „Raws“ bilden seit Jahren die Grundlage der Kollektionen.

          Die Veränderungen liegen eher im Detail wie kleinen Label-Stitchings, Nieten, gezielten feinen Zerstörungen oder neuen gemäßigten Waschungen. Die entwickelt man bei „G-Star“ im „Product Intelligence Center“ in Basel. Dort werden die Stoffe geätzt, gewetzt, geschnitten, geschliffen, mit Steinen, Elektroschocks und Wachs geschunden: Forschung für die Jeans von morgen.

          Ärmel und Hosenbeine bitte umkrempeln!

          Gegründet wurde das Label 1989 von Jos van Tilburg und der Secon-Fashion-Gruppe unter dem Namen „Gapstar“ in den Niederlanden und in Belgien. 1994 wurde es zu „G-Star. Dem funktionalen Raw-Trend sind in den vergangenen Jahren viele gefolgt. So kehrte selbst „Levi's“ zu den Wurzeln der Jeans zurück, mit einer limitierten Auflage der „Levi's 501“ von 1886 - 501 Hosen für 501 Euro das Stück.

          Anders als mancher Konkurrent propagiert „G-Star“ in diesem Sommer den Jeans-von-Kopf-bis-Fuß-Look inklusive Handtasche (49,90 Euro) und Baskenmütze (39,90 Euro). Jeansjacken, die bei vielen Marken wegen schlechter Verkaufszahlen fast vollständig aus dem Portfolio verschwunden sind, ergänzen fast jedes „G-Star“-Outfit. Der Streetwear-Stil bringt Weite mit sich: Ärmel und Hosenbeine werden breit umgeschlagen, so daß die weiß eingefaßten Nähte als sportliche Streifen sichtbar werden - wie bei der „Studs loose handcrafted Jeans“ (275 Euro) und dem passenden „Core zip handcraftet Jacket“ (299 Euro), die Stefanie trägt. Der Stoff wirkt auf den ersten Blick starr, die Zipper steif und wenig feminin.

          Jeans für den Spagat

          Doch angezogen, tief auf der Hüfte sitzend, stellt sich vor allem die Antik-Hose als bewegungsfreundlich und an den richtigen Stellen großzügig geschnitten heraus. Stefanie schafft damit sogar einen Spagat - „und das klappt normalerweise in keiner Jeans“. Die Holländer sind derweil ganz ohne Verrenkungen auf Expansionskurs: Allein in Deutschland, dem zweitwichtigsten Markt der Marke, stehen von März bis Mai vier Shop-Eröffnungen an.

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