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Friedhofskultur : Hamburg hat den schönsten Friedhof Deutschlands

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In Hamburg stirbt man nicht, heißt es unter Hanseaten - man geht nach Ohlsdorf. Bild: dapd

Der Parkfriedhof Hamburg-Ohlsdorf ist von einer Jury um Kardinal Karl Lehman zum schönsten Friedhof des Landes gekürt worden. Der Preis soll zu einem bewussteren Umgang mit dem Tod führen.

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          Der Hamburger Friedhof Ohlsdorf ist zum schönsten Friedhof Deutschlands gewählt worden. Platz zwei belegt der Münchener Waldfriedhof, Platz drei der Hauptfriedhof in Mainz, teilte das Internetportal Bestattungen.de am Donnerstag in Hamburg mit. Die Auswahl traf eine Jury, zu der unter anderem Kardinal Karl Lehmann (Mainz) und der Generalsekretär des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Rainer Ruff, gehörten. Die Auswahl zeige die Vielfalt der deutschen Friedhofskultur, sagte Lehmann. „Als Mitglied der Jury möchte ich einen Beitrag dazu leisten, die Gesellschaft zu einem bewussteren Umgang mit dem Tod zu ermutigen.“

          Hamburg-Ohlsdorf ist der größte Parkfriedhof der Welt. Bilderstrecke

          In den Kategorien Gräber, Grabsteine, Särge und Urnen schnitten Friedhöfe aus Wernigerode, Wetter, München und Köln am besten ab. Als „schönster Sarg“ wurde ein helles Exemplar einer Münchner Firma ausgezeichnet, das schon zu Lebzeiten als Schrank genutzt werden kann.

          Eine Sehenswürdigkeit für Touristen

          Der Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg ist mit einer Fläche von rund 555 Fußballfeldern der größte Parkfriedhof der Welt. Wegen seiner historischen Grabstätten mit über 800 Skulpturen und der eindrucksvollen Gartenarchitektur gilt er als Gesamtkunstwerk von internationalem Rang. Seit seiner Eröffnung 1877 fanden 1,8 Millionen Beisetzungen an rund 250.000 Grabstätten statt. Das Straßennetz des Friedhofes ist 17 Kilometer lang. Besucher können zwei eigene Buslinien mit zusammen 22 Haltestellen nutzen.

          Zudem kommen längst nicht nur Trauernde auf den Friedhof, denn der Park mit seinen gut 450 Laub- und Nadelgehölzarten, mit Teichen, Bächen und zahlreichen Vogelarten ist Hamburgs grüne Lunge. Auch architektonische Besonderheiten wie das neoromanische Mausoleum des Unternehmers Wilhelm Anton Riedemann (1832-1920), Stifter der katholischen Kirche St. Sophien im Stadtteil Barmbek, ziehen Einheimische und Touristen an. Unter anderem wurden hierHans Albers, Wolfgang Borchert, Gustav Gründgens, Ida Ehre, Anna Seghers, Inge Meysel und Loki Schmidt bestattet. Mehrere Großgärtnereien besorgen die Grabpflege, für die auf 120 Kilometer Wasserleitungen 700 Schöpfbrunnen zur Verfügung stehen.

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