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Freydank in Berlin : Zum Empfang einen Fußabtreter mit „Oscar“

  • -Aktualisiert am

Der Oscar und sein Gewinner: Jochen Alexander Freydank Bild: ddp

Freunde und Kollegen warfen Rosenblätter, als der neue Star des deutschen Films in Berlin landete. Die Blitze der Kameras zuckten unablässig. Und Jochen Alexander Freydank meinte: „Das ist mir hier alles ein bisschen zu doll.“

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          Um 16.40 Uhr sollte Jochen Alexander Freydank kommen, um 16.57 Uhr landete die KLM-Maschine schließlich, von Amsterdam kommend, auf dem Berliner Flughafen Tegel. Wegen des deutschen Regisseurs, der zwei Tage zuvor in Los Angeles den Oscar für den besten Kurzfilm entgegen genommen hatte, musste die Polizei in den Flughafenbetrieb eingreifen: Freydank musste alle anderen Passagiere des Flugzeugs wegen des Gedränges an den Gates 16 bis 18 vorlassen. Dem 41 Jahre alten Freydank kam das vermutlich gelegen: Im Gepäckbereich versteckte er sich, als er die Pressemeute hinter der Schranke ahnte, hinter einer Säule.

          Mehr als ein Dutzend Freunde und Kollegen waren gekommen, den neuen Star des deutschen Films zu begrüßen. Sie warfen Rosenblätter und überreichten einen kleinen roten Teppich - eher einen Fußabtreter - mit der Glitzeraufschrift „Oscar“. Seine Frau und sein Sohn waren sicherheitshalber zu Hause geblieben und warteten in der Wohnung im Prenzlauer Berg. Schauspielerin Julia Jäger, die mit einer früheren Maschine gekommen war, lobte die Bescheidenheit des „extremen Zweckpessimisten“. Die Blitze der Kameras zuckten unablässig, so dass der zurückhaltende Star ungläubig mehr fragte als sagte: „Gott, was ist das denn hier? Das ist mir hier alles ein bisschen zu doll, wenn ich ehrlich sein soll.“

          500 Mails, 300 SMS und ungezählte Anrufe

          Von der Oscar-Verleihung hatte er die Anekdote mitgebracht, dass er zunächst gar nicht verstand, dass sein Film gemeint war, weil die Laudatoren das Wort „Spielzeugland“ nicht aussprechen konnten. Erst als er seinen Namen hörte, sei er aufgesprungen. Nach der Verleihung habe er 500 Mails bekommen, 200 bis 300 SMS, und sein Telefon klingelte dauernd. Dabei denkt Freydank vor allem an Arbeit: Am Mittwoch morgen fährt er nach Leipzig, um dort an der Serie „In aller Freundschaft“ für den MDR zu arbeiten. Als nächstes möchte er eine schwarze Komödie und einen Thriller produzieren, der an Kafkas Erzählung „Der Bau“ angelehnt ist

          Der stille Star im Mittelpunkt: „Gott, was ist das denn hier?”

          Dann nahm er den Oscar, den er in einer dunkelblauen Plastiktüte als Handgepäck dabei hatte und den er wegen des Gewichts von dreieinhalb Kilo immer wieder abgestellt hatte, und verschwand nach Hause. Den Dienstag abend wollte er mit seiner Familie zu Hause verbringen. „Zumindest mit Apfelsaft anstoßen.“

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