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Frauentaxis : „Pink Ladies“ färben London

  • Aktualisiert am

Die Londonerinnen finden's gut Bild: REUTERS

In den Straßen der britischen Hauptstadt fahren immer mehr spezielle Taxis, die nur von Frauen gelenkt werden und in die nur Frauen einsteigen dürfen. Die Angst vor Vergewaltigungen treibt den Boom.

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          Ein echtes Londoner Taxi ist schwarz, klobig und wird von freundlichen älteren Herren gefahren. Jetzt will ein neues Taxi-Unternehmen mehr Farbe in das Straßenbild der Stadt bringen. Ihre Gefährte sind rosafarben samt rosafarbenen Ledersitzen und rosafarbenen Lenkrädern. Im Unterschied zu den etablierten Black Cabs werden sie ausschließlich von weiblichen Chauffeuren gelenkt und halten ausschließlich für Frauen.

          „Women-Only“-Taxiunternehmen, von denen es mittlerweile eine Handvoll in London gibt, sind eine Reaktion auf die Tausenden illegalen „Minicabs“ in der britischen Hauptstadt. Viele Fahrgäste bereuen jedoch bitter, daß sie nicht länger auf ein reguläres Taxi oder den Bus gewartet haben. Jeden Monat werden in London im Schnitt zehn Frauen in illegalen Minicabs vergewaltigt oder sexuell belästigt.

          „Frag ein Vergewaltigungs-Opfer“

          Die Gefährdung ist so groß, daß Londons Bürgermeister Ken Livingstone vor einigen Jahren eine Kampagne für sichere Transportmöglichkeiten für Frauen ins Leben gerufen hat. Überall in der Stadt hängen seitdem Plakate, auf denen zu lesen ist: „Um herauszufinden, was ein illegales Minicab Dich kostet, frag ein Opfer einer Vergewaltigung.“

          Außerdem bietet die Stadt einen SMS-Service an, der auf eine Kurzmeldung hin die Nummern von lizenzierten Taxifahrern und Black Cabs direkt auf das Mobiltelefon sendet. „Mitten in der Nacht sind viele Leute versucht, ein illegales Taxi zu nehmen. Aber sie sind nicht sicher“, warnt Livingstone. Seit Beginn der Kampagne hat sich die Zahl der Vergewaltigungen und Belästigungen in unlizenzierten Taxis zumindest fast halbiert.

          Rege Nachfrage

          Der neue Taxi-Service „Pink Ladies“ will bis zum Jahresende 200 Fahrzeuge auf die Straßen schicken. Bis zum Ende des kommenden Jahres sind 500 angepeilt. Allerdings müssen Frauen vorher Mitglied werden und das Taxi im voraus buchen. Aus Sicherheitsgründen führen die Fahrerinnen, die alle einen Selbstverteidigungskurs absolviert haben, kein Bargeld mit. Bezahlt wird mit Karte.

          An Kunden dürfte es dem Unternehmen nicht mangeln. In einem Pilotversuch in Warrington haben sich 5000 Frauen für den Fahrservice registrieren lassen. Doch dürfte „Pink Ladies“ mit einem anderen Engpaß zu kämpfen haben. Bislang ist der Beruf des Taxifahrers unter britischen Frauen nicht gerade begehrt.

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