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Frauen der Mode : The German Fräulein: Toni Garrn

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Mit dem großen Bruder auf dem Cover

Ich habe, ehrlich gesagt, gar nicht die Zeit und auch nicht die Lust, mich um alle juristischen Einzelheiten zu kümmern und alle zwanzigseitigen Verträge genau durchzulesen. Das macht meine Mutter, die ist Diplom-Kauffrau und kann das. Ich kann ihr voll vertrauen. Das ginge mit niemand anderem so. „Hast Du's gelesen, Mama? Alles klar? Okay, dann unterschreib' ich.“ Man muss als Model auf sein Image aufpassen und kann deshalb nicht jeden Job annehmen.

Bei models.com bin ich momentan unter den „Money Girls“, weil ich in Amerika viele Kataloge und viele Parfums mache. Ich kenne meinen Rang auf der Liste gar nicht. Es ändert sich jeden Tag und ist eh nur Spekulation. Viele Kataloge sieht man nicht, und man kann viel Geld damit verdienen. Wenn man jedenfalls zuviel Werbung macht, dann könnten auch Kunden abspringen. Meinen Bruder Niklas, der zwei Jahre älter ist als ich, habe ich übrigens nicht zum Modeln gebracht. Die Zeitschrift „Tush“ wollte mich als Mann fotografieren. Meine Agentur sagte denen, ich hätte auch noch einen Bruder, wir sähen uns sehr ähnlich. Und seit unserem gemeinsamen Cover „Love Me Gender“ ist er bekannt geworden und auch in meine Agentur „Mega Models“ aufgenommen worden.

Zu groß für High Heels

Hauptsächlich studiert er Maschinenbau. Mein Bruder war nämlich ein Ass in der Schule, der hat einen Abi-Durchschnitt von 1,2. Ich dagegen war nie eine gute Schülerin, wollte aber im Abitur unter drei bleiben und habe es auch geschafft: Mein Durchschnitt ist 2,8. Es ist auf jeden Fall immer schön, wenn wir mal zusammen arbeiten können. Das hat für mich sogar modische Konsequenzen. Denn meist trage ich nur Jeans oder weite Hosen und flache Schuhe.

Weil ich so groß bin, kann ich nie hohe Schuhe anziehen. Aber wenn ich mit meinem Bruder unterwegs bin, so wie heute, sind wir, wenn ich High-Heels trage, gleich groß. Er ist der einzige, mit dem ich hohe Schuhe trage. Aber natürlich nur, wenn ich arbeite. Privat nie. Apropos Arbeit: Für mich ist es einfacher, mit guten Fotografen wie David Sims oder Steven Meisel zusammenzuarbeiten, weil die schnell sind, ein Bild vor Augen haben und genau wissen, was sie wollen.

„Ich wollte alles mitmachen - auch den Schwachsinn“

Laufsteg-Anekdoten habe ich nicht zu bieten, Gott sei Dank nicht. Manchmal tritt man aufs Kleid, das passiert schon, aber ich bin noch nie hingefallen. Ich habe auch noch nie einen Schuh verloren. Einen Schuh macht man halt richtig zu. Und allzu oft passiert so etwas ja auch nicht auf dem Laufsteg. In meinen fünf Jahren habe ich erst wenige Shows erlebt, in denen ein Mädel hingefallen ist. Ich klopfe auf Holz, dass mir das nie passiert. Weil ich so früh angefangen habe mit dem Modeln, wurde ich sehr schnell erwachsen. Durchs Reisen bin ich wohl etwas früher gereift. Ich kam als Vierzehnjährige direkt vom Flughafen zurück in die Musikklasse, in der alle mit Papierflieger schmissen.

Als ich die Calvin-Klein-Schau eröffnet hatte und aus New York nach Hause kam, schlossen meine Klassenkameraden gerade den Lehrer aus dem Klassenzimmer aus. Ich hab' mich totgelacht! Mir hat das alles gut gefallen, sonst wäre ich vielleicht zu früh erwachsen geworden. Deshalb wollte ich auch in der Schule bleiben und Abitur machen, damit ich das alles mitmachen konnte, auch den ganzen Schwachsinn.“

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