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Fotoausstellung : Jeder kann ein Traummann sein

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Drei auf einen Streich, fotografiert von Martin Schoeller: Brad Pit, Barack Obama und George Clooney Bild: dapd

Es liegt im Ermessen des Betrachters: 50 Fotografen sind der Frage nachgegegangen, was ein Traummann ist. Das Resulat, bekannte und unbekannte Männer, hängt jetzt in den Hamburger Deichtorhallen.

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          Worum es geht, wird direkt am Eingang klar: Brad Pitt, Barack Obama oder George Clooney blicken dem Besucher direkt ins Gesicht - von großformatigen Porträts aus unmittelbarer Nähe aufgenommen. Die Serie des deutschen Fotografen Martin Schoeller, der mit seinen Close-Ups in den Vereinigten Staaten große Erfolge feiert, bildet den Auftakt der „Traummänner“-Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen. „Wir haben 50 Starfotografen nach ihrem Ideal gefragt“, erklärt Kuratorin Nadin Barth. „Das heutige Männerbild wird in seinem ganzen Facettenreichtum gezeigt.“

          Auf insgesamt 150 Werken präsentieren die Fotografen - darunter namhafte Vertreter wie Peter Lindbergh, Nadav Kander, Pamela Hanson oder Sänger Bryan Adams - ihre Traummänner. Die Blickwinkel sind vielfältig: stark und sexy, intellektuell und sanft oder androgyn fast feminin kommt der moderne Mann daher. Keith Richards nachdenklich am Klavier, ein grübelnder Heath Ledger, ein strahlend lachender Al Pacino oder Tom Cruise, der lässig an einer Leiter hängt. Hinzu kommen unbekannte „Traummänner“ wie tätowierte Rockabillies, Fremdenlegionäre oder dünne, verletzliche Models. Fotografin Carlotta Manaigo steuert ein Bild von Jesus am Kreuz bei, „dem ultimativen Symbol von Menschlichkeit und Demut“, sowie das Foto eines alten, verrunzelten Landarbeiters in den italienischen Weinbergen.

          Im Ermessen des Betrachters

          „Traummänner sind eine Idealvorstellung“, sagt der Hamburger Fotograf Thomas Leidig. Letztlich könne jeder ein Traummann sein. Das liege im Ermessen des Betrachters. Für ihn ist es jemand, „der in sich ruht und dadurch Selbstsicherheit und innere Schönheit ausstrahlt“. Leidig hat ein Bild des dänischen Schauspielers Mads Mikkelsen sowie zwei Porträts von dessen deutschem Kollegen Benno Führmann eingereicht. „Ich habe Männer gewählt, die mich tief beeindruckt haben“, ergänzt der dänische Fotograf Marc Holm, der unter anderem Bilder von Roman Polanski, Spike Lee oder Johnny Depp und dem Regisseur Tim Burton präsentiert. „Sie alle sind großartige Profis und fantastische inspirierende menschliche Wesen.“

          Und weil er so traumhaft gut aussieht,  noch einmal einzeln: George Clooney, Cannes 2007

          Die Berliner Schauspielerin und Fotografin Margarita Broich hat an ihrem Arbeitsplatz vor und hinter den Kulissen auf den Auslöser gedrückt. So fotografierte sie etwa einen sanft anmutenden Sebastian Koch mit Wärmflasche in der Hand am Set von „Effie Briest“. „Ich möchte den Moment nach dem Auftritt festhalten, etwa die Spuren in den Gesichtern der Schauspieler“, erklärt sie. „Müde und schön. Man könnte sagen traumhaft.“

          Freier, spielerischer, verwundbarer

          Und was macht den heutigen Traummann im Gegensatz zu früher aus? Sein Bild hat sich in den vergangenen zehn Jahren radikal verändert, erklärt die amerikanische Fotografin Peggy Sirota im Ausstellungskatalog. Männer dürften freier und spielerischer sein und sich wohler damit fühlen, verwundbar und offen zu sein. „Man kann metrosexuell, männlich und Metropolit auf einmal sein. Der moderne Mann der Gegenwart ist wahrhaftig transzendent“, ergänzt Fotografin Sheryl Nields.

          Wer bei all den Schönheiten sein eigenes Ideal vermisst, dem bleibt noch eine große Wand am Ende der Ausstellung. Ob Privatfoto oder Promi-Postkarte - dort können die Besucher ein Abbild ihres persönlichen Traummanns aufkleben. Die Schau im Haus der Photographie in den Deichtorhallen läuft bis zum 22. Mai. Sie ist ein Folgeprojekt der „Traumfrauen“, die bereits 2008 in Hamburg gezeigt wurde.

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