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Forschung : Explosive Entdeckung: Münchner Forscher finden Supersprengstoff

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Eigentlich war es ein Unfall. Doch nachdem der erste Schock überwunden war, stand eine Forschergruppe der TU München vor einer neuen Entdeckung.

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          Ein Forscherteam der Technischen Universität (TU) München hat bei einem Labor-Unfall zufällig einen besonders explosiven Sprengstoff entdeckt. „Es könnte sich um das stärkste chemische Sprengmaterial handeln, das je gefunden wurde“, sagte der Leiter des Labors, Dmitri Kovalev, am Donnerstag in Garching bei München.

          Bei der Substanz handele es sich um eine besondere Art von Silizium mit einer siebenfach stärkeren Sprengkraft als TNT. Kovalev bestätigte einen Bericht des Wissenschaftsmagazins „NewScientist“.

          Bei dem Experiment wollte die Forschergruppe eigentlich die optischen Eigenschaften von porösem Silizium untersuchen. Das Team kühlte das schwammartige Material in einem Vakuum auf die Temperatur von flüssigem Stickstoff ab. Als durch ein kleines Leck Luft-Sauerstoff in das Gerät drang, explodierte es. „Wir hatten zunächst nicht die geringste Ahnung, was eigentlich passiert“, erinnert sich Kovalev. „Es war ein riesiger Knall, verletzt wurde aber zum Glück niemand.“

          Versuch unter strikten Sicherheitsvorkehrungen sicher

          Der Laborunfall ereignete sich bereits vor längerer Zeit, wurde aber er jetzt durch den Bericht der Fachmagazins bekannt. Schnell habe das Team die Bedeutung seiner unverhofften Entdeckung erkannt: Die Kombination von auf flüssigem Stickstoff abgekühltem porösem Silizium mit Luft-Sauerstoff führe zu einer gewaltigen Explosion. Die Reaktion dauere nur rund eine Mikro-Sekunde. Damit sei sie nicht nur wesentlich stärker, sondern auch schneller als die Explosion von TNT.

          „Inzwischen haben wir den Vorgang zahlreiche Male wiederholt“, berichtet Kovalev über die Arbeiten seiner Studentengruppe an der TU in Garching. Es bedürfe aber einer Vielzahl strikter Sicherheitsvorkehrungen. Dann sei der konstruierte Versuch aber „relativ sicher“, scherzt der Physiker.

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