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Brüssel : Wie echt ist das Manneken Pis?

  • -Aktualisiert am

Bringt täglich viele Besucher zum Schmunzeln: Manneken Pis Bild: AFP

Manneken Pis ist eine Hauptattraktion in Brüssel und so beliebt, dass es auch bei Dieben Begehrlichkeiten weckt. Deshalb untersuchen Forscher nun, ob das Original des pinkelnden Dreikäsehochs auch wirklich das Original ist.

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          Manneken Pis, unentwegt pinkelnder Bronze-Dreikäsehoch und eine der Brüsseler Hauptattraktionen, gibt Rätsel auf. Géraldine Patigny, Doktorandin an der Freien Universität Brüssel (ULB), will in ihrer Studie über den Bildhauer Hiëronymus Duquesnoy, der 1619 die 61 Zentimeter große Statue erschaffen hat, daher auch klären, ob das im Stadtmuseum an der Grand´ Place aufbewahrte Exemplar das Original ist. Eine Kopie ist jedenfalls jenes Manneken Pis, das an einer nahegelegenen Straßenecke Besucher aus Nah und Fern tagtäglich zum Schmunzeln, Kichern und – seltener – auch zum Kopfschütteln bringt.

          Er steht dort, seit 1965 Studenten das – tatsächliche oder vermeintliche – Original entwendet hatten. Ein Jahr später wurde die beschädigte Statue in einem Kanal gefunden. Seither fristet sie ein beschaulicheres Dasein im Museum. Nicht weniger als 950 Kostüme beherbergt die Sammlung, von denen nur ein Teil ausgestellt ist. Da Manneken Pis schon mehrfach in die Hände von Dieben geraten ist und sich ohnehin zahlreiche Geschichten um das Wahrzeichen ranken, gab es schon immer Zweifel an der Echtheit. Per Röntgenstrahlenanalyse will Doktorandin Patigny jetzt klären, wie alt jenes Männchen im Stadtmuseum wirklich ist. Ergebnisse der Analyse werden wohl erst im Herbst vorliegen.

          Sollte sie Spuren des Schwermetalls Nickel zu Tage fördern, dann dürfte die Statue nicht vor Ende des 18. Jahrhunderts entstanden sein. Museumskonservatorin Isabelle Douillet-de Pange kann und will sich das nicht ausmalen. „Es ist eine Intuition, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass nicht über all die Jahrhunderte hinweg peinlichst genau auf die Echtheit der Statue geachtet worden ist“, sagt die resolute Brüsselerin. Natürlich könne es im Laufe der Zeit die eine oder andere Beschädigung und Restaurationsarbeit gegeben haben. Authentisch sei Manneken Pis ohnehin. „Auf offener Straße zu pinkeln – das ist dreist, ohne aggressiv zu wirken und daher ganz typisch für unsere Stadt“, sagt Douillet-de Pange.

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