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Flutkatastrophe : Deutsche Helfer sind im ganzen Katastrophengebiet im Einsatz

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Zerstörte Verkehrs-und Kommunikationswege. Das sind die Probleme, mit denen sich deutsche Hilfsorganisationen nach der Seebebenkatastrophe in Asien auseinandersetzen müssen.

          6 Min.

          Die deutschen Hilfsorganisationen haben zum Beginn der zweiten Woche nach der Seebebenkatastrophe in Asien mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen wie die weiteren Helfer aus aller Welt. Vor allem sind vielerorts im Katastrophengebiet die Verkehrs- und Kommunikationswege zerstört, und die dringend erforderliche Hilfe erreicht manche Gegenden noch nicht.

          Dennoch ist es nach einer Woche der Soforthilfe und der Erkundung des dringendsten Bedarfs jetzt offenbar vielfach schon besser möglich, die von einer beispiellosen Spendenbereitschaft der Bevölkerung getragene Hilfe - bis zum Montag gingen rund sechzig Millionen Euro ein - effektiv einzusetzen. Im folgenden ein Überblick mit Stand vom Montag, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

          Unicef Deutschland

          Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen rief am Montag zu Spenden in Höhe von 81 Millionen Dollar für die etwa 1,5 Millionen Kinder in Südasien auf, die unter den Folgen der Flutwellen leiden. In den indischen Bundesstaaten Tamil Nadu und Kerala sollen insgesamt 115.000 Kinder gegen Masern geimpft werden. Die Krankheit kann in überfüllten Auffanglagern für Kinder tödlich sein. In Lagern bei Nagapattinam, Cuddalore, Kanyakumari und Pondicherry sind seit dem Wochenende vierzig Einsatzfahrzeuge unterwegs.

          Die Helfer verteilen Salzlösungen gegen Dehydrierung, sauberes Wasser und Seife, um Durchfallerkrankungen hintanzuhalten. Auf Sumatra in Indonesien sind 200.000 Erste-Hilfe-Packungen mit Malariatabletten, Salzen und Wasserreinigungtabletten angekommen, von denen jede eine Person zwei Wochen lang medizinisch notversorgen kann. Unicef berichtet von großen Schwierigkeiten, die Lieferungen über die unzerstörte Stadt Medan oder die 400 Kilometer entfernte Provinzhauptstadt Banda Aceh hinaus ins Innere der Provinz zu den Opfern zu bringen. Die Organisation will sich in den kommenden Wochen auch um traumatisierte Kinder kümmern, die zu Waisen wurden. Zerstörte Schulen sollen sobald wie möglich wiedererrichtet werden.

          Deutsches Rotes Kreuz

          In den getroffenen Ländern sind mehr als 10.000 Helfer des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds im Einsatz. Nach Sri Lanka wurde eine Wasseraufbereitungsanlage gebracht, nach Aceh auf Sumatra (Indonesien) eine Basisgesundheitsstation für 20.000 Personen. Am Montag sollte dort ein drittes Flugzeug landen. Auf dem Rückflug werden deutsche Urlauber betreut. Auf den Suchdienstseiten des DRK im Internet sind derweil 650.000 Nachfragen eingegangen. Das DRK sieht sich erst am Beginn seines Asien-Einsatzes. Die Hilfe und der Wiederaufbau in den getroffenen Regionen werde Jahre dauern.

          Deutscher Caritasverband

          Der Verband hat seine Soforthilfe auf 4,3 Millionen Euro erhöht. Hunderte Helfer der lokalen Partnerorganisationen in den getroffenen Ländern sind weiter im Hilfseinsatz. Am Montag teilte der Verband mit, er wolle nicht nur Einheimischen, sondern auch Touristen helfen, die traumatsiert seien vom Verlust von Angehörigen oder immer noch in der Ungewißheit über deren Schiksal lebten.

          Diakonisches Werk der EKD

          Die Helfer in der indonesischen Provinz Aceh versuchen, sich zu den Opfern in entlegenen Teilen des Gebiets und auf vorgelagerten Inseln vorzuarbeiten. Es mangele aber an Treibstoff und Fahrzeugen, hieß es am Montag. Die Helfer brauchten Atemmasken gegen den Gestank von Verwesung und Schlamm. In Südindien und Sri Lanka laufe die Verteilung von Hilfsgütern auf Hochtouren. In Verteilzentren würden sauberes Wasser, Essen und Hygieneartikel ausgegeben. Auch in Somalia an der afrikanischen Ostküste sei die Hilfe angelaufen.

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