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Flug MH370 : „Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen“

Auch die indonesische Küstenwache beteiligt sich an der Suche nach MH370. Bild: AFP

Eine Fläche so groß wie Australien wird nach der verschollenen Boeing 777 abgesucht. Das kann einige Wochen dauern. Vermeintliche Indizien und Spekulationen können bislang keine konkreten Anhaltspunkte liefern.

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          Zehn Tage nach dem Verschwinden der malaysischen Boeing 777 wird nun auf einem Gebiet gesucht, das in etwa der Fläche Australiens entspricht. Der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein gab sie am Dienstag mit umgerechnet 7,7 Millionen Quadratmetern an. Unter anderem nahm China die Suche auf seinem eigenen Territorium auf. Es setzt dafür auch 21 Satelliten sowie Radargeräte ein.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Dieser nördliche Korridor führt von Laos bis zum Kaspischen Meer. In diesem Gebiet haben Kasachstan und China die Verantwortung für die Suche übernommen. Zudem will sich China an der Suche im südlichen Korridor zwischen Indonesien und dem südlichen Indischen Ozean westlich von Australien beteiligen.

          In diesem Gebiet teilen sich Indonesien und Australien die Verantwortung. Nach Angaben der australischen Seesicherheitsbehörde ist der Teil, für den Australien verantwortlich ist, 600.000 Quadratkilometer groß. Das entspricht in etwa der Größe der Ukraine. Er liegt den Angaben nach etwa 3000 Kilometer südwestlich der westaustralischen Stadt Perth. Eine „gründliche“ Suche in diesem Gebiet könnte mindestens einige Wochen dauern, sagte John Young von der Seesicherheitsbehörde. „Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen“ sei eine passende Analogie, sagte John Young. Nach Angaben eines anderen Mitarbeiters der Behörde werde zunächst nur die Wasseroberfläche abgesucht.

          Bild: dpa

          Das Gesamtgebiet sei so groß, dass Malaysia es unmöglich alleine absuchen könnte, sagte der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein. Zwar habe Malaysia weiter die Koordinierung der Operation inne, die Partnerländer hätten nun jedoch mehr Eigenverantwortung übernommen. Wie es heißt, werden beide Korridoren derzeit gleichwertig behandelt. Allerdings gilt es vielen als wahrscheinlicher, dass sich das Flugzeug zuletzt im südlichen Korridor befunden hatte, da es über Land im Norden vermutlich von Radargeräten aufgenommen worden wäre.

          Entgegen früherer Angaben soll ein Radarsystem der thailändischen Luftwaffe im Süden des Landes ein Flugzeug geortet haben, das vom Südchinesischen Meer in Richtung der malaysischen Stadt Butterworth geflogen sei, sagte der Luftwaffenchef Prajin Juntong laut der Zeitung „The Nation“. Es sei aber nicht klar, ob es sich dabei um MH370 gehandelt habe. Unklar ist auch, warum die thailändischen Behörden zehn Tage damit gewartet haben, diese Informationen weiterzugeben.

          Das internationale Ermittlerteam geht davon aus, dass der Flug MH370 am 8. März absichtlich von seiner planmäßigen Route von Kuala Lumpur nach Peking gebracht worden war. Einen Bericht der „New York Times“, wonach der mysteriöse Kurswechsel des Flugzeugs durch eine Programmierung des Navigationscomputers im Cockpit vorgenommen wurde, konnten die malaysischen Behörden am Dienstag nicht bestätigen. Das „Flight Management System“ lenkt das Flugzeug von Punkt zu Punkt entlang einem festgelegten Flugplan. Dadurch muss der Pilot das Flugzeug nicht mehr manuell steuern. Dem Bericht nach, der sich auf ranghohe amerikanische Regierungsvertreter beruft, müsste die Person Kenntnisse über Flugzeugsysteme besessen haben.

          In den vergangenen Tagen hatten die Ermittlungsbehörden die Überprüfung der Passagiere, der Besatzungsmitglieder und der Piloten noch einmal vertieft. Bisher ist dabei aber noch nichts herausgekommen. China gab an, dass die Durchleuchtung der Hintergründe der chinesischen Passagiere keine Hinweise auf eine mögliche Verwicklung in einen Terroranschlag oder eine Flugzeugentführung gebracht habe.

          Berichte einer lokalen Zeitung, wonach auf dem beschlagnahmten Flugsimulator des Piloten Abbilder von fünf Landebahnen gespeichert gewesen seien, die sich in den Gebieten der beiden Suchkorridore befinden, wurden nicht bestätigt.

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