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Flüge nach Las Vegas : Air Canada kämpft gegen Pornos im Cockpit

  • Aktualisiert am

Nicht viele Verstecke: Cockpit eines Embraer Regional Jet 190. Bild: Sergey Ryabtsev / Lizenziert unter GNU GPL

Zum wiederholten Male ist im Cockpit eines Regionalflugzeugs der Air Canada pornographisches Material gefunden worden. Betroffen sind offenbar nur Maschinen auf dem Weg nach Las Vegas.

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          Die Fluglinie Air Canada kommt im Kampf gegen pornographisches Material im Cockpit nicht voran. Chefpilot Rod Graham sei „enttäuscht“, dass er dieses Thema abermals ansprechen müsse, schreibt er in einer internen Mitteilung an alle Mitarbeiter, die dem kanadischen Sender CBC vorliegt. Die Mail war bereits im September 2013 gesendet worden, ihr Inhalt wurde aber erst jetzt bekannt. Vier Monate vor der Notiz hatte es bereits eine ähnlich lautende Ermahnung gegeben.

          Vor sechs Jahren war erstmals pornographisches Material im Cockpit entdeckt worden. Eine Pilotin hatte entsprechende Bilder in Zwischenräumen und Kabelfächern einer Embraer-Maschine gefunden. „Auf einem Bild hatte ein Kollege einer Frau ein Messer in den Rücken gemalt“, sagte sie im Rahmen interner Ermittlungen. Die Fluglinie untersuchte den Vorfall und kam zu dem Ergebnis, „dass Rassismus schürende und pornographische Bilder an Bord“ gefunden worden waren.

          Embraer 190 der Air Canada

          „Das fragliche Material bestand zum Großteil aus Visitenkarten anrüchigen Inhalts“, sagte Unternehmenssprecher Peter Fitzpatrick dem Sender. Nach Angaben der Fluggesellschaft war im Februar 2014 zuletzt Material gefunden worden. Es sind ausschließlich Maschinen des Herstellers Embraer auf der Route nach Las Vegas betroffen.

          Die Verkehrsaufsichtsbehörde sieht keinen Handlungsbedarf. „Wir sind nicht dafür zuständig, Lesematerial an Bord zu regulieren“, hieß es in einer Mitteilung. Der Chefpilot von Air Canada und der Chefpilot der Embraer-Maschinen Pat Kalist drohen in ihrer Mail mit Disziplinarmaßnahmen, im schlimmsten Falle der Entlassung. Weil das Papier an Stellen versteckt ist, die nicht als Stauraum gedacht sind und zum Teil elektronische Komponenten enthalten, kann die Flugsicherheit gefährdet werden. Daniel Slunder, Präsident der kanadischen Pilotenvereinigung, positioniert sich klar gegen die Schuldigen: „Pornographisches Material hat im Cockpit nichts verloren. Piloten sollten sich allein auf ihre Arbeit konzentrieren“, sagte er.

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