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Flüchtlinge : Lebensmittel-Obergrenze bei Tafeln?

  • Aktualisiert am

Eine ehrenamtliche Helferin in einer Einrichtung der Tafel in Thüringen Bild: dpa

Die Tafeln versorgen Bedürftige mit kostenlosen Lebensmitteln. Der Flüchtlingsandrang stellt sie vor große Herausforderungen – zu große?

          2 Min.

          In Deutschland versorgen die Tafeln immer mehr Flüchtlinge mit kostenlosen Lebensmitteln. Die etwa 250.000 Flüchtlinge, die derzeit zusätzlich zu den Tafeln kämen, stellten die ehrenamtlichen Initiativen bundesweit vor eine große Herausforderung, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Tafeln, Jochen Brühl, am Samstag im Deutschlandradio Kultur. „Wir können natürlich nur das verteilen, was wir haben. Das heißt, kommen mehr Menschen zu uns, bekommen die Gruppen derer, die zu den Tafeln kommen, insgesamt weniger.“ Der Tafel-Vorsitzende kündigte an, dass es Lebensmittel-Obergrenze geben könne.

          Weiter räumte Brühl ein, dass es bei den Tafeln zu Spannungen komme: immer wenn neue Gruppen dazukämen, gebe es Konflikte. Er wandte sich jedoch dagegen, bestimmte Gruppen von den Tafeln auszuschließen: „Wir werden keine Gruppe aufgrund ihrer Herkunft, Religion, ihrer besonderen Lebenssituation ausschließen. Für uns steht der Mensch im Vordergrund, wir werden alle Bedürftigen gleich behandeln.“

          Finanzielle Hilfe vom Bund?

          Flüchtlinge seien Teil einer wachsenden Gruppe von Menschen, „die abgehängt sind“, betonte der Tafel-Vorsitzende. „Und da erwarten wir von der Bundesregierung, vom Staat, von der Gesellschaft ganz deutliche Maßnahmen, dass das nicht auf dem Rücken einer Ehrenamtsbewegung ausgetragen wird“, sagte Brühl. So habe der Bundesverband die Bundesregierung und die Landesregierungen darum gebeten, Ehrenamtsorganisationen, die am Rande der Belastbarkeit stehen, finanziell temporär zu unterstützen. Bedarf gebe es auch an Schulungen zum Konfliktmanagement sowie Sprachschulungen.

          Die Berliner Tafel hat unterdessen erneut im großem Umfang Obst und Gemüse für Bedürftige gesammelt. Am Freitagabend seien auf einer der weltgrößten Branchenmessen, der Fruit Logistica, insgesamt 50 Tonnen überzähliges Obst und Gemüse abgeholt worden, teilte die Berliner Tafel am Samstag mit. 400 Ehrenamtliche aus 18 Berliner Firmen sowie 23 Lkw seien dafür im Einsatz gewesen.

          Obst für Obdachlose und Drogenabhängige

          Weitere 150 Ehrenamtliche der Berliner Tafel sollten die Spenden am Wochenende sortieren. Besonders schnell verderbliche Lebensmittel sollten zu Konfitüre oder Pesto verarbeitet und später rund 2.500 Gläser kostenlos an Bedürftige verteilt werden.

          Der größere Teil der gesammelten Lebensmittel sollte jedoch an die Ausgabestellen von „Laib und Seele“ gehen, einer Gemeinschaftsaktion der Berliner Tafel, der Kirchen und des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Auch andere soziale Einrichtungen wie Obdachlosenunterkünfte, Drogennotdienste oder die Bahnhofsmission würden mit dem gesammelten Obst und Gemüse beliefert, hieß es weiter.

          Vor knapp zwei Wochen hatte die Berliner Tafel auf der Agrarmesse „Grüne Woche“ insgesamt elf Tonnen Lebensmittel gesammelt. Vor allem belegte Brote, Kuchen, Würstchen, Brötchen und warme Eintöpfe wurden ebenfalls zu Obdachloseneinrichtungen, Notunterkünften sowie zu Einrichtungen der Stadt- und der Bahnhofsmission gebracht.

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