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Flüchtlinge in Griechenland : „Die Hölle auf Erden“

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge in griechischem Auffanglager in Kyprinos Bild: picture alliance / dpa

Tageslicht, Toiletten, medizinische Versorgung - laut Ärzte ohne Grenzen fehlt es Flüchtlingen in Griechenland an beinahe allem. Mediziner beschreiben die Situation in den Lagern als „Hölle auf Erden“.

          Flüchtlinge in Griechenland leben nach Ansicht der Organisation Ärzte ohne Grenzen unter unwürdigen Bedingungen. Mediziner, die sich in Auffanglagern um Flüchtlinge kümmern, beschreiben die Situation als „a living hell“, als „Hölle auf Erden“. Den Menschen dort würde die notwendige medizinische Versorgung, frische Luft, Tageslicht und ein Mindestmaß an hygienischen Standards verwehrt.

          „Das Lager kann man nicht einmal Tieren zumuten“, wird ein ehemaliger Insasse zitiert. „Die Toiletten funktionieren nicht. Die Rohre sind kaputt. Exkremente aus dem ersten Stock fallen hinunter ins Erdgeschoss. Menschen werden fast die ganze Zeit eingeschlossen. Es ist kein Auffanglager - es ist ein Stall für Tiere.“

          Viele Flüchtlinge müssten die Situation über Monate ertragen, weil sie in Polizeistationen oder im Abschiebelager in Komotini festgehalten würden, heißt es in einer Mitteilung von Ärzte ohne Grenzen vom Dienstag. Seit 2008 betreut die Organisation Migranten und Asylsuchende in griechischen Auffanglagern medizinisch und psychologisch. In dem nun veröffentlichten Bericht „Invisible Suffering“ („Unsichtbares Leiden“) werden die gesundheitlichen Schäden aufgeführt, die der monatelange Gewahrsam bei den Betroffenen verursacht.

          Krätze und Tuberkulose

          In den überfüllten Lagern breite sich Krätze und Tuberkulose aus, es träten Erkältungs-, Magen-Darm-, Haut- und muskuläre Erkrankungen auf. Die Haftbedingungen wirkten sich auch auf die Psyche aus: Angststörungen, Depressionen und psychosomatische Erkrankungen seien an der Tagesordnung. Eine medizinische Versorgung finde bisweilen überhaupt nicht statt. „Innerhalb von sechs Jahren haben wir mehr als 9.000 Behandlungen in Auffanglagern und auf Polizeistationen durchgeführt“, sagt der Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen.

          Die Organisation ruft die griechischen Behörden dazu auf, dringend ihrer Verpflichtung nachzukommen, einen permanenten und angemessenen Zugang zu medizinischer Versorgung für Migranten und Asylsuchende zu gewährleisten. „Auch die anderen EU-Mitgliedstaaten und  die europäischen Institutionen können sich nicht weiter vor ihrer Verantwortung drücken“, sagte Ioanna Kotsioni, Beraterin für Migrationsfragen von Ärzte ohne Grenzen. „Die Ankunftsländer geraten unter immer stärkeren Druck, Migrationsströme durch Abschreckung einzudämmen, indem sie die Migranten in Gewahrsam nehmen. Sie können nicht alleine für das Leid verantwortlich gemacht werden, das sie Migranten und Asylsuchenden zufügen.“

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