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Filmemacher über Christian Wulff : Out of Großburgwedel

So könnte es aussehen, das Kinoplakat von „Out of Großburgwedel“. Bild: dapd, AFP, dpa / Montage F.A.S.

Ist Christian Wulff eine tragische Figur? Wäre sein Fall ein Stoff für Kino oder Fernsehen? Wir haben bei drei Filmemachern nachgefragt.

          6 Min.

          Produzent Nico Hoffmann plant einen Film über die Geschichte des K.T. von und zu Guttenberg. Für einen Wulff-Film hat er die Geschichte einer starken Frau vor Augen – und erklärt, warum die nicht von Veronica Ferres verkörpert werden kann:

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Herr Hofmann, Sie planen eine Komödie über zu Guttenberg. Würde Sie auch eine Verfilmung des Falls Wulff reizen?

          Überhaupt nicht. Guttenberg hat nicht nur einen ganz anderen Hintergrund als Wulff, er hat als Politiker auch immer sehr proaktiv agiert, sehr dynamisch und - bis zu seinem Sturz - auch selbstbestimmt. Als Figur ist er schillernder als Wulff, der ganz stark reaktiv handelt, wie man jetzt auch bei seinem Krisenmanagement sieht. Guttenbergs Aufstieg ist auch viel rasanter verlaufen.

          Aber steckt nicht auch in Wulffs Aufstieg eine Geschichte, in seinen Träumen vom beruflichen und materiellen Erfolg?

          Das Haus in Großburgwedel ist kein Filmstoff. Spannend an Guttenberg ist ja, dass sich mit ihm viele Bilder verbinden: Guttenberg auf dem Times Square oder sein Auftritt bei Johannes B. Kerner in Afghanistan, über den allein man schon einen Film drehen könnte, so wie er das inszeniert hat. Ich möchte den Guttenberg-Film auch als Komödie drehen, bei Wulff wäre das nicht möglich. Wenn überhaupt, dann könnte man die letzten vier Wochen verfilmen, das wäre dann ein Drama über einen Mann, der die Macht nicht verlieren will. Man darf auch nicht vergessen, dass Wulff mehr als zehn Jahre älter ist als Guttenberg; da stellt sich die Frage nach der politischen Zukunft noch einmal ganz anders.

          Und was ist mit folgendem Bild: Christian Wulff und seine Bettina, strahlend im Palast in Oman?

          Anders als bei Guttenberg, wo hinter den Bildern immer eine zweite Ebene ist, steckt bei Wulff vor allem ein großes Ziel: Er möchte der gute Deutsche sein. Damit scheint er zufrieden. Guttenberg dagegen hatte gleich auch noch die Weltpolitik im Blick.

          Es gibt auch Filme, deren Held fremdbestimmt ist und dennoch ganz oben landet. Wäre ein solches Werk über Wulff denkbar?

          Wenn man den Stoff erzählen möchte, dann müsste man ihn über seine Frau dramatisieren: ein Film über eine starke Frau und darüber, wie sich Christian Wulff in den vergangenen Jahren an ihrer Seite neu erfunden hat. Daran ist gar nichts Verwerfliches, ganz im Gegenteil. Ich habe Wulff gerade in unserem Metier als extrem offenen Zuhörer erlebt.

          Denkt man über eine Besetzung für Bettina Wulff nach, landet man schnell bei Veronica Ferres...

          (lacht) Bei ihr landet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung immer am liebsten! Veronica würde die Rolle aber loyalerweise nicht spielen, sie ist eng mit den Wulffs befreundet. Maria Furtwängler käme in Frage.

          Und wer könnte Christian Wulff spielen?

          Schlagen Sie mal jemanden vor.

          Da fiele mir jetzt niemand ein.

          Sebastian Koch - er hat das richtige Alter und verkörpert nachhaltig den guten Deutschen im Mann. Aber jetzt, wo wir so miteinander reden, denke ich: Maria Furtwängler per se wäre auch eine tolle Bundespräsidentin. Da müsste sich auch ein Joachim Gauck intellektuell warm anziehen - von den Umfragewerten ganz zu schweigen. Ich meine den Vorschlag ganz ernst, Catherine Deneuve war ja in Frankreich einmal die Wunschkandidatin aller Franzosen.

          Nico Hofmann, 52, produzierte Filme wie „Dresden“ oder „Der Tunnel“.
          Nico Hofmann, 52, produzierte Filme wie „Dresden“ oder „Der Tunnel“. : Bild: Frank Roeth

          George Bush hätte in Wulffs Villa nicht einmal seinen Fahrer untergebracht, sagt „Stromberg“-Autor Ralf Husmann. Für ihn weder großes Theater noch großes Kino, eher ein Fall fürs Dschungelcamp:

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