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Festnahme : Vermeintliche Terroristen-Festnahme entpuppte sich als Fehlgriff

  • Aktualisiert am

Der mutmaßliche Terrorist wird abgeführt Bild: dpa

Die Festnahme eines vermeintlichen Mitglieds der Terrororganisation Al-Qaida am Samstagabend in Mönchengladbacher hat sich als polizeilicher Fehlgriff entpuppt.

          Die Festnahme eines vermeintlichen Mitglieds der Terrororganisation Al-Qaida am Samstagabend in einem Mönchengladbacher Hotel hat sich als polizeilicher Fehlgriff entpuppt. Wie der Leiter des Staatsschutzes bei der Kriminalpolizei Mönchengladbach, Georg Schubert, am Sonntag sagte, wurde der in einem Großeinsatz festgenommene Mann, ein 27-jähriger mehrfach vorbestrafter Libanese, offenbar Opfer einer gezielt provozierten Polizeiaktion. Zwischen dem Libanesen und der Al-Qaida gebe es „wohl nicht den geringsten Zusammenhang“.

          Bis Montagmorgen soll nach Angaben von Oberstaatsanwalt Jürgen Vitz geklärt werden, ob gegen den 27-Jährigen, der Bargeld im Wert von mehreren tausend Euro bei sich hatte, wegen anderer Delikte Haftbefehl beantragt wird. So besaß der Mann einen gefälschten italienischen Pass, den er auch im Hotel vorlegte. Der Libanese lebt nach Angaben der Ermittler seit 1992 in Deutschland und ist unter anderem wegen Raubes vorbestraft. Er soll mehrere Haftstrafen abgesessen haben.

          BKA falscher Spur aufgesessen

          Den Hinweis, in dem Hotel habe sich am Samstagnachmittag ein mutmaßliches Mitglied der Terrororganisation des weltweit gesuchten Usama bin Ladin einquartiert, hatte die Mönchengladbacher Kripo nach Angaben von Einsatzleiter Jürgen Möller vom Bundeskriminalamt (BKA) bekommen. Das BKA wiederum habe den Tipp von einer ausländischen Behörde erhalten, die nicht näher bezeichnet wurde. Danach habe sich der Verdächtige angeblich mit zwei Komplizen treffen wollen.

          Der Festnahmeaktion durch ein Spezialeinsatzkommando (SEK) gingen mehrstündige Vorbereitungen voraus, weil die Polizei befürchtete, der Gesuchte könne Waffen oder Sprengstoff dabei haben. Starke Polizeikräfte sicherten den Bereich um das Hotel weiträumig. Insgesamt waren rund 100 Beamte an dem Einsatz beteiligt. Gegen 23.30 Uhr schlug das SEK zu und führte den Verdächtigen ab. Dieser leistete keinen Widerstand. Ach Waffen hatte er nicht bei sich. Eine Durchsuchung seines Autos ergab auch keinen Hinweis auf Sprengstoff.

          Verdacht zerstreut

          Der Mann kam in Polizeigewahrsam und wurde am Sonntag auch von BKA-Beamten eingehend verhört. Am Nachmittag hatte sich der Verdacht zerstreut. Die Polizei teilte mit, gegen den 27-Jährigen gebe es keine Hinweise auf Verbindungen zu der Terrororganisation Al-Qaida, die als Urheber der Anschläge in New York und Washington vom 11. September gilt. Dass der Tippgeber den Libanesen in Zusammenhang mit Al-Qaida gestellt habe, zeige, dass es den Drahtziehern um eine schnelle Festnahme gegangen sei, sagte Schubert.

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