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Mitarbeitersuche : FBI heuert doch keine Kiffer an

  • -Aktualisiert am

FBI-Chef James Comey bei der Anhörung vor dem Justizausschuss Bild: AFP

Angeblich wollte FBI-Chef James Comey auf der Suche nach Fachkräften auch Bewerber mit Drogenvergangenheit einstellen. Der Senat forderte eine Erklärung, doch Comey will nur einen Scherz gemacht haben.

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          Mit Scherzen ist das so eine Sache, vor allem dann, wenn keiner sie versteht. Das Problem hatte nun FBI-Direktor James Comey. Er musste am Mittwoch vor dem Justizausschuss des Senats erklären, wie er zum Konsum von Drogen steht. Schuld daran ist eine Aussage, die das Wall Street Journal aufgegriffen hatte. Eine Aussage, die Comey nicht ernst gemeint haben will, wie er nun versichert.

          Am Montag hatte Comey bei der jährlichen Konferenz des White Collar Crime Institute in New York über den Kampf gegen Cyberkriminalität gesprochen und erklärt, das FBI brauche dafür dringend neue Computerspezialisten. „Ich muss viele neue Mitarbeiter einstellen, aber einige dieser Jungs wollen sogar auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch noch Gras rauchen“, sagte er.

          Ein Konferenzteilnehmer fragte den FBI-Chef, was ein Bekannter von ihm tun solle. Dieser habe von einer Bewerbung beim FBI abgesehen, weil er in den vergangenen drei Jahren Marihuana konsumiert habe. Nach den strengen Regeln des FBI darf so jemand eigentlich nicht eingestellt werden. „Er soll sich einfach bewerben“, antwortet Comey dennoch. Eine Aussage, die auch als Lockerung der Einstellungspolitik gewertet werden konnte, schließlich hat das FBI insgesamt 2000 neue Stellen ausgeschrieben, viele davon für den Kampf gegen Cyberkriminalität – die müssen erst einmal besetzt werden.

          Der Senat ist „sehr enttäuscht“

          „Ich bin sehr enttäuscht darüber“, sagte Jeff Sessions, Senator aus Alabama, bei der Anhörung des FBI-Chefs am Mittwoch. „Ist Ihnen klar, dass Ihre Aussagen als weiteres Beispiel verstanden werden kann, das die Bedeutung des Marihuana-Konsums heruntergespielt wird und das dadurch unsere Bemühungen untergraben werden können, junge Leute von diesem gefährlichen Weg abzubringen?“, fragte Sessions laut einem Bericht von CBS News.

          Comey erklärte, er habe unglücklicherweise versucht, gleichzeitig ernsthaft und witzig zu sein. Er habe bloß sagen wollen, dass sich der Kandidat einfach bewerben solle. Dann habe er im Scherz ergänzt, dass es für das FBI schwierig sei, neue Mitarbeiter zu finden, weil sehr viele jungen Leute Marihuana rauchen würden. Die Regeln zum Konsum von Drogen wolle er auf keinen Fall ändern. „Ich möchte nicht, dass junge Leute Marihuana konsumieren.“

          Senator Sessions warnte, solche Scherze könnten falsch verstanden werden und dann die Runde machen. In der Tat griffen nach dem Artikel des Wall Street Journal andere amerikanische und internationale Medien die angebliche Änderung der FBI-Richtlinien auf.

          Das FBI hat sehr strenge Drogen-Richtlinien. Wer innerhalb der vergangenen drei Jahre Marihuana oder innerhalb der vergangenen zehn Jahre andere verbotene Substanzen zu sich genommen hat, kommt für eine Stelle nicht in Frage. Das gleiche gilt für jeden, der Drogen verkauft, verbreitet, hergestellt oder transportiert hat. Auch wer verschriebene Arzneimittel nicht bestimmungsgemäß verwendet hat, wird vom FBI nicht eingestellt.

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