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Verunsicherung der Szene : Fast 400 Einsätze in Berlin gegen Clans

Polizisten sichern während einer Razzia von Zoll und Polizei in Bochum eine Shisha-Bar. Bild: dpa

Die Berliner Polizei war im vergangenen Jahr fast 400 Mal im Einsatz gegen Clankriminalität. In diesem Jahr will Berlin den Kontrolldruck auf alle Bezirke der Stadt ausdehnen.

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          Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat am Montag eine positive Bilanz des Einsatzes gegen Clankriminalität in der Hauptstadt im vergangenen Jahr gezogen. In den kriminellen Strukturen arabischstämmiger Großfamilien habe sich über Jahre eine Parallelwelt mit eigenem Kodex und der Ablehnung des geltenden Rechts entwickelt. „Das konnten wir nicht länger dulden“, sagte Geisel zu dem seit 2019 verstärkten Vorgehen der Behörden.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          So habe die Berliner Polizei im vorigen Jahr bei 382 Einsätzen mehr als 700 Objekte kontrolliert, darunter 322 Bars und Cafés, 190 Shisha-Bars und 60 Wettbüros. Beschlagnahmt worden seien rund 554 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak, 123 Fahrzeuge, 104 Waffen, fast 1000 Rauschgifteinheiten und mehr als 30 000 unversteuerte Zigaretten. „Es ist eine Verunsicherung der kriminellen Szene feststellbar“, heißt es in der Jahresbilanz, die Geisel zusammen mit Polizeipräsidentin Barbara Slowik vorstellte.

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