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Sorgerecht : Der entsorgte Vater

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat vor kurzem entschieden, dass diese Benachteiligung bei der Vergabe des Sorgerechts eine Diskriminierung lediger Väter darstellt, und die deutsche Regierung aufgefordert, das Sorgerecht zu reformieren. Das Justizministerium hat daraufhin gesetzgeberische Änderungen angekündigt, die es ledigen Vätern künftig im Einzelfall ermöglichen könnten, das Sorgerecht gemeinsam mit der Mutter auch gegen deren Willen auszuüben. Ein automatisches gemeinsames Sorgerecht von der Geburt des Kindes an für ledige Väter komme aber nicht in Betracht. Eine interne Umfrage des Bundesjustizministeriums bei mehr als 500 Rechtsanwälten und Jugendämtern hat indessen ergeben, dass achtzig bis neunzig Prozent der Mütter, die die gemeinsame Sorge ablehnen, dafür Gründe anführen, die sich nicht am Kindeswohl, sondern an ihrem eigenen Wohl orientieren: „Sie möchten allein entscheiden oder nichts mehr mit dem Vater zu tun haben.“ Die vom Ministerium befragten Rechtsanwälte hielten die Motive der Mütter sogar nur sehr selten für plausibel.

Alle vier Wochen einmal den eigenen Sohn sehen

Bode klagt also den Umgang mit seinem Sohn ein. Zu einer Verhandlung kommt es wegen einer Überlastung des Gerichts aber erst, als Dominik acht Monate alt ist. Der Richter räumt Bode darin ein begleitetes Umgangsrecht ein. Das bedeutet, Vater und Sohn sollen einander im Beisein einer Sozialarbeiterin treffen. Doch zwei Tage vor dem ersten Umgangstermin lässt Prinz das Treffen ohne Angabe von Gründen absagen und mitteilen, dass sie gegen den Gerichtsbeschluss in Berufung gehen wird. Diese Berufungsverhandlung vor dem Oberlandesgericht findet anderthalb Jahre nach Dominiks Geburt statt. Die Richterin bestätigt darin den Beschluss des Amtsgerichtes.

Als Bode seinen Sohn aufgrund dieses Beschlusses das erste Mal nach jenem Tag im Krankenhaus wiedersieht, ist er unfassbar glücklich. Auch Dominik scheint das Zusammensein mit ihm zu genießen. Einige Tage später aber bekommt Bode Post vom Polizeipräsidium. Prinz behauptet, er habe ihr während seines Wiedersehens mit Dominik den Ellbogen in die Seite gerammt. Ihm wird Körperverletzung zur Last gelegt, er wird zur Anhörung geladen. Nach seiner Aussage hört er zwar nie wieder etwas von der Sache. Doch den Umgang mit Dominik bricht Prinz nach diesem „Angriff“ ab. Bode stellt daraufhin einen abermaligen Antrag auf Umgang beim Oberlandesgericht. Der Beschluss, den der Richter schließlich fällt, stellt einen klaren Rückschritt für Dominik und Bode dar. Die Umgänge sollen nun ein ganzes Jahr lang nicht unbegleitet und nicht wie zuvor alle zwei, sondern nur noch alle vier Wochen stattfinden. Als Grund dafür nennt das Gericht, dass die Eltern nicht hinreichend miteinander kooperierten.

Gericht: Diese Mutter ist eine „Kindeswohlgefährdung“

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