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Scheidungsstatistik : Ehen halten länger, aber 39 Prozent werden geschieden

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Bild: F.A.Z.

Im Jahr 2010 wurden in Deutschland elf von bestehenden 1000 Ehen geschieden. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Tendenziell halten die Ehen mit rund 14 Jahren aber wieder länger.

          Elf von 1000 Ehen wurden im Jahr 2010 in Deutschland geschieden; der Tiefstand seit der Wiedervereinigung lag 1992 bei sieben von 1000 Ehen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mit. Insgesamt wurden 187.027 Scheidungen im vergangenen Jahr rechtskräftig, etwa genauso viele wie 2009.

          Ein exakter Vorjahresvergleich sei nicht möglich, weil bei der Erfassung der Scheidungen in Bayern für 2009 ein Softwarefehler unterlaufen sei und deshalb die tatsächliche Anzahl um 1900 Scheidungen höher zu schätzen sei als ausgewiesen, sagt Martin Conrad vom Statistischen Bundesamt. Das Scheidungsverhalten der Deutschen habe sich in den vergangenen Jahren nicht signifikant geändert. Die Zahl der Scheidungen sei tendenziell leicht rückläufig, aber eben auch die Zahl der bestehenden Ehen. 2010 waren nur noch etwa 35 Millionen Menschen in Deutschland verheiratet, 1994 waren es hingegen noch 39 Millionen. Die Scheidungsquote liege im Bundesdurchschnitt aber nach wie vor bei rund 39 Prozent.

          Meist reicht die Frau die Scheidung ein

          In den neuen Bundesländern werden nur 33 Prozent der Ehen geschieden, während es im Westteil der Republik 40 Prozent sind. Der Trend der letzten Jahre zur längeren Dauer der Ehe bis zur Scheidung hat sich fortgesetzt. Im Durchschnitt bestanden Ehen in den letzten Jahren bis zur Scheidung etwas mehr als 14 Jahre, 2010 waren es 14 Jahre und zwei Monate, 1992 waren es lediglich 11 Jahre und 6 Monate gewesen. Auch hier unterscheiden sich die Ost-Ehen mit einer Dauer von 15 Jahren und 10 Monaten bis zur Scheidung von jenen im Westen mit 13 Jahren und 11 Monaten im Jahr 2010.

          Bei den im vergangenen Jahr geschiedenen Ehen wurde der Scheidungsantrag in 52,9 Prozent der Fälle von der Frau gestellt, 38,9 Prozent der Anträge reichte der Mann ein. In den übrigen Fällen beantragten beide Ehegatten die Scheidung gemeinsam. Bei 80,8 Prozent aller Ehescheidungen in 2010 waren die Ehepartner bereits seit einem Jahr getrennt. Bei immerhin 3100 Scheidungen hatten die Partner noch kein Jahr in Trennung gelebt, also eine unzumutbare Härte die Scheidung der Ehe vor Ablauf des Trennungsjahrs gerechtfertigt. 31.600 Ehen wurden nach drei Jahren Trennung geschieden. Nach dieser Zeit wird gesetzlich unwiderlegbar vermutet, dass eine Ehe gescheitert ist. Immerhin stieg die Anzahl der Eheschließungen 2010 um rund 1,5 Prozent gegenüber 2009 auf 382.047.

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