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Neue Studie : Jedes dritte Kind in Deutschland ohne große Zukunftschancen

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Die Möglichkeit hat nicht jedes Kind: Ein Junge und ein Mädchen arbeiten im März auf der Bildungsmesse Didacta in Stuttgart an einem Tablet Bild: dpa

In Deutschland wächst nach einer neuen Studie eine gespaltene Generation heran. Zwei Dritteln der Kinder geht es so gut wie nie zuvor. Ein Drittel aber ist abgehängt.

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          Die Gegensätze beim Aufwachsen von Kindern in Deutschland waren nach Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe selten so groß wie heute. Während zwei Drittel der Kinder ohne Sorgen in einem stressfreien Familienklima groß würden, drohe ein knappes Drittel der jungen Generation abgehängt zu werden, heißt es einer Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft (AGJ).

          Hauptursachen dafür seien Bildungsmangel, Arbeitslosigkeit und Geldsorgen der Eltern, teilte der Verband am Dienstag in Berlin mit. Überproportional betroffen von dieser „Risiko-Hypothek“ seien junge Migranten und Kinder von Alleinerziehenden.

          „Die Schere geht immer weiter auseinander“, sagte die AGJ-Vorsitzende Karin Böllert. Dabei sei die Lage für das Verlierer-Drittel fatal. „Kinder, die einmal abgekoppelt sind, haben kaum Chancen, in der Gesellschaft Fuß zu fassen.“ In Berlin lebe jedes dritte Kind von staatlichen Geldern, ergänzte Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

          Daten aus 20 Jahren

          Für die Studie hat die AGJ bundesweit amtliche Statistiken der vergangenen 20 Jahre ausgewertet. Danach wachsen heute 18 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Familien auf, in denen großer Geldmangel das Alltagsleben prägt. Zwölf Prozent haben Eltern ohne ausreichende Schulbildung. Und in zehn Prozent der Familien haben die Eltern keine Arbeit. Besonders häufig zählten im Ergebnis viele Kinder aus Migrantenfamilien zu den Bildungsverlierern der jungen Generation.

          Als Gegenmaßnahmen empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft eine noch gezieltere und individuellere Förderung von Kindern und Jugendlichen außerhalb ihrer Elternhäuser – von Anfang an. So müsse in Kitas auf Kinder unter drei Jahren eine Erzieherin kommen. Noch entfielen vier oder mehr Kinder auf einen Betreuer. Und auch für Kinder arbeitsloser Eltern müsse es Ganztagsplätze in Schulen und Kindergärten geben.

          Deutschland ließ sich die Kinder- und Jugendhilfe nach Berechnungen des Verbandes im Jahr 2012 rund 32 Milliarden Euro im Jahr kosten – so viel wie noch nie. 2002 waren es 20 Milliarden Euro. Den größten Zuwachs gab es – auch durch das Recht auf einen Kindergartenplatz – bei den Kitas. 70 Prozent der Kosten für die Kinder- und Jugendhilfe finanzieren die Kommunen. Damit haben sie ihre Ausgaben dafür laut Untersuchung seit 1990 mehr als verdoppelt.

          Zwei Dritteln der Kinder und Jugendlichen geht es nach der Studie noch nie so gut wie heute. Im Ergebnis verzeichnen die Autoren einen „enormen Bildungsaufstieg“ dieser jungen Generation. Die Hälfte schaffe inzwischen das Abitur; der Anteil der Schulabbrecher nehme kontinuierlich ab und liege heute bei weniger als sieben Prozent.

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