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Auf dem zweiten Bildungsweg : Unsere Leistungsträger

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Lesen Sie hier sechs höchst unterschiedliche Biographien Bild: Nora Klein

Wer in der Schule versagt, scheitert oft auch im Beruf. Doch es gibt eine zweite Chance. Auf die Schulbank zurückzukehren kostet Überwindung, ist anstrengend - aber oft der Schritt, der ein Leben in die rechte Bahn lenkt.

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          Sie büffeln Vokabeln und pauken Matheformeln, während ihre Freunde schon Geld verdienen, auf den ersten Stufen der Karriereleiter stehen. Sie aber fangen noch einmal von vorne an, gehen zurück auf Los - in die Schule. Etwa 35.000 junge Leute holen in Deutschland auf dem zweiten Bildungsweg ihr Abitur nach, besuchen ein Abendgymnasium oder ein Kolleg.

          Dem zweiten Bildungsweg hängt der Ruf nach, dass er lange Zeit vor allem Schülern aus Arbeiterfamilien und unteren Schichten offenstand. Wer mit seinem Beruf unzufrieden war, aufsteigen wollte, bekam hier die Wissensgrundlage dafür, das Leben anders ausrichten zu können, als die Eltern es noch mussten. Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder ist hierfür ein prominentes Beispiel oder der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck.

          Doch der Kreis der Abitur-Nachholer hat sich geändert. Im Hessenkolleg in Frankfurt etwa, einem der gut sechzig Kollegs in Deutschland, gibt es zwar die "klassische" Klientel nach wie vor. Sie macht aber nur noch etwa ein Drittel der Studierenden aus; anderswo ist es genauso. Die anderen zwei Drittel stellen junge Leute, die eine ausländische Herkunft oder keinen Berufsabschluss haben, Schulabbrecher sind oder vom Arbeitsamt geschickt werden. Viele kommen zudem aus schwierigen Familienverhältnissen. Das macht die Aufgabe der Lehrer nicht einfacher.

          Der Armenier Bild: Nora Klein

          Nicht jeder, der sich beispielsweise am Hessenkolleg bewirbt, wird auch aufgenommen. Wenn sich schon im Vorstellungsgespräch herausstellt, dass die Motivation nicht reicht, dass viele nur gekommen sind, weil der Vater es wollte, die Mutter oder das Arbeitsamt. Bei diesen jungen Erwachsenen ist wenig Orientierung da, was man mit sich macht, hat Schulleiter Bodo Fritz festgestellt. Für ihn ist dies eine neue Entwicklung. Aber es gibt auch jene, die unbedingt Abitur machen wollen und bereit sind, dafür auf vieles zu verzichten. Wir stellen sechs Schüler und ihre höchst unterschiedlichen Biographien vor, auf dieser und der nächsten Seite.

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