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Familie : Die zwölf größten Irrtümer über Mütter

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Der Wunsch zum Tag Bild: dpa/dpaweb

Alle Jahre wieder: Muttertag! Was soll man ihr schenken, was könnte sie freuen - vielleicht die Abschaffung dieser Klischees? Wir räumen auf mit den größten Irrtümern über Mütter - nur einer bleibt bestehen. Bis auf weiteres.

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          Irrtum Nr.1: Mütter haben ein Aufräum-Gen.

          Moment - nein, haben sie nicht. Es ist nur so, daß außer den Müttern meist niemand in der Familie imstande ist, die Ordnung von Chaos zu unterscheiden wie Gottvater das Licht vom Dunkel am zweiten Schöpfungstag und den gewünschten Zustand wiederherzustellen. Wobei der erste Hauptsatz der familiären Raumlehre gilt: Die Summe der Unordnung ist immer negativ reziprok zum Abstand von der jüngsten Aufräum-Aktion. Bewährt in diesem Zusammenhang haben sich Warnschuß-Anlagen wie: „Am Freitag wird gesaugt. Was dann noch auf dem Boden liegt, ist ein für allemal verschwunden.“

          Irrtum Nr.2: Mütter kennen keine Müdigkeit.

          Noch ist Zeit, Blumen oder Konfekt für Mutti zu besorgen...
          Noch ist Zeit, Blumen oder Konfekt für Mutti zu besorgen... : Bild: AP

          Ach nein? Der faszinierende Zustand zwischen instinktgesteuertem Handeln und totaler Bewußtlosigkeit stellt sich zuverlässig ein, wenn man dreimal nachts ein kleines Bett frisch bezogen, Pyjamas eingeweicht und vier Wärmflaschen zubereitet hat. Morgens fühlt sich dann die Welt an, als liege sie hinter einer Milchglasscheibe. Man sieht nichts, und man hört auch nichts, denn die Ohren sind wie mit Watte verstopft. Ab und an knacken die Kieferknochen vom Gähnen. Dann schaltet die Mutter einfach den Auto-Piloten ein - und schnurr, läuft der Tag wie von selbst.

          Irrtum Nr.3: Mütter werden niemals krank.

          Das kann man so nicht sagen. Richtig ist vielmehr, daß die Medizin das Geheimnis ihres Immunsystems immer noch nicht völlig entschlüsselt hat. Es sorgt jedenfalls dafür, daß Mütter imstande sind, jede Krankheit stehend zu absolvieren. Das freut die Krankenkasse, das schont die Bettwäsche. Grippe, Scharlach, Magen-Darm-Infekte lassen sich durchaus ambulant in Selbsttherapie bewältigen. Einzige Voraussetzung ist der Umstand, daß Mama funktionieren muß. Ein unabweisbares Argument dafür ist, daß Kinder nichtfunktionierende Mütter als existentielle Bedrohung begreifen, die zu akuten Panikattacken, ja zur völligen Verwahrlosung der Kleinfamilie führen kann.

          Irrtum Nr.4: Mütter sind machtgeil. Sie domestizieren ihre Familie, bis alle übers Stöckchen springen wie die Königstiger.

          Insgeheim wünschen sich Mütter das, richtig. Doch gelingt es leider, leider nur wenigen von uns. Die Realität sieht so aus, daß sich im trauten Heim so ziemlich alle hemmungslos selbst verwirklichen, bis auf ... Aber laß mal, ist schon gut!

          Irrtum Nr.5: Mütter gehören ins Haus.

          Bis die Kinder 18 sind, was? Dieser Satz hat viel mit Deutschland und wenig mit der Realität zu tun. Nein, hier werden jetzt nicht wieder die Studien zitiert, die von der „quality time“ der Mutter spricht, auch nicht jene amerikanischen Forscher, die vor Jahren schon den Mythos von der Supermama widerlegten, die sich ganztags ausschließlich um die Kinder kümmert. Langsam, ganz allmählich dämmert es auch grauköpfigen Politikern, daß es weder Mutter noch Kinder zwangsweise glücklich macht, wenn hochqualifizierte Frauen für immer aus dem Beruf aussteigen, um sich der Familienarbeit zu widmen. Könnte es sein, daß dieses zählebige Dogma etwas mit unserer demographischen Krise zu tun hat? 'Tschuldigung, war nur so eine Idee.

          Irrtum Nr.6: Mütter sortieren Männer nur nach guter Papi oder schlechter Papi.

          Freiwillig nie! Dummerweise zwingt die Realität Müttern dieses Konstrukt auf. Gute Papis sind solche, die nachts aufstehen, das Baby anderthalb Stunden herumschleppen und sich etwas einfallen lassen, wenn dann auch noch die Pampers-Packung aufgebraucht ist. Schlechte Papis kommen nie vor 21 Uhr aus dem Büro. Manche Männer - und gar nicht mal so wenige! - schaffen es, frei zu flottieren zwischen diesen beiden Polen.

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